20.10.2018 / Siegerehrung ADAC Oldtimer-Cup Westfalen Lippe / Stemwede

Der ADAC Ostwestfalen-Lippe und der ADAC Westfalen laden ein zur Siegerehrung in den Berggasthof Wilhelmshöhe auf dem Stemweder Berg zum Abschluss der Rallye-Saison 2018, zumindest was den OWL-Cup angeht.

 

Voraussetzung für eine Einladung zu dieser festlichen Veranstaltung sind mindestens 5 Teilnahmen bei den zugehörigen (insgesamt 10) Veranstaltungen.

https://www.adac-owl.de/wp-content/uploads/2018/10/2.-Ergebnis-Oldtimer-Cup-2018-Tourensport.pdf

13.10.2018 / Rallye Ruhrgebiet Klassik / Bochum

Die Rallye Ruhrgebiet Classic hat eine lange Tradition. Bis vor einigen Jahren war der Start immer am Bochumer Opelwerk,  die erste Zeitprüfung erfolgte traditionell durch die Werkshallen. Das ist leider vorbei und nach einem Relaunch gibt sich die Rallye Ruhrgebiet Classic seit 2016 auch nicht mehr ganz so sportlich-anspruchsvoll, dafür aber immer noch sehr professionell und jedes Jahr mit neuen Schmankerln. Hier sind erkennbar Profis mit Liebe für das Detail unterwegs.

13.10.2018 Rallye Ruhrgebiet Klassik
Veranstalter: MSC Ruhrblitz e.V. im ADAC
Team: André Behrensdorf / Frank Schäfer auf BMW 2002 ti

„Der Herbst kommt bestimmt…….. und mit Ihm die RRC 2018“ – nach diesem Motto startete am 13.10.18 bei sommerlichen Temperaturen bis 28 Grad die Rallye Ruhrgebiet Klassik in Bochum-Grumme im Gasthaus Goeke, einer urige Gaststätte im alten Fachwerkhaus mit Biergarten.  Das Team vom „Ruhrblitz“ stellt immer wieder einen gelungen Mix aus Chinesen, Ori, Zeitprüfungen und schöner Strecke zusammen. Dieses Mal sollte es von Bochum aus über Dortmund in die Nähe von Hagen und zurück gehen. Ausgeschrieben war das Ganze als „touristische Rallye“, aber wer die Ruhrblitzer kennt, der wusste sich auf die ein oder andere Schmakazie einzustellen. Nach einem guten Frühstück bekam man das Roadbook 15 Minuten vor dem Start, der auf dem Parkplatz einer benachbarten Kirche erfolgte.

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Man wähnte sich noch beim Einfahren, da musste nach knapp 5 Minuten Fahrzeit auf einem Parkplatz schon die erste Sollzeitprüfung gefahren werden: 120 Meter in 15 Sekunden. Eigentlich easy.

Die Chinesen zeigten eine scharfe Linkskurve an.  3,2,1-los und irgendwie gemächlich rollten wir los. Am Scheitelpunkt der Kehre fing der Talking Timer schon an zu zählen… 10, 9, … hier stimmte was nicht!!! Keine Lichtschranke zu sehen. Aufgrund der dicken Reifen kamen wir auch nur mühevoll um  die wirklich enge Kurve rum. Das Ziel in weiter Ferne…. Panik und Vollgas! Gefühlte Stunden zu spät die Durchfahrt an der Lichtschranke. Das war nix!!! Kommentar von Herrn Behrensdorf: „wir waren noch im Schlafmodus“ – WIR?? Ok, abhaken, das wird anderen ähnlich gehen, Konzentration und die Strecke unter die Reifen nehmen. Zuerst ging es naturgemäß durch dichte Bebauung, viele Ampeln und sogar Stücke von Schnellstrasse und Autobahn. Aber wie immer auch vorbei an wunderschönen oder zumindest bekannten Landmarken des Ruhrgebiets. Haus Dellwig war so ein schöner grüner Moment. Danach wurde es sehr schwarz-gelb, denn es ging in Dortmund am Stadion vorbei. Ich war hier noch nie, mein Fahrer schon sehr oft… trotzdem war Verzückung angesagt...

Am ehemaligen Hoesch-Hochofenstandort Dortmund Phoenix-West gab es nach der ZK 1 die erste „besondere“ Orientierungsaufgabe… insgesamt 11 Pfeile waren in einer bestimmten Reihenfolge zu fahren, ohne gegen das Einbahnstrassenprinzip zu verstoßen. Garnicht mal so einfach. Bei dem ganzen Gekreisel konnte einem schon ein wenig schummerig werden. Konzentration war angesagt, um nicht den Überblick zu verlieren. Anschließend ging es dann Richtung Iserlohn und die Landschaft wurde immer grüner und bergiger. GLP 2 und 3 wurden auf wirklich geilen Bergstrecken auf kleinen und kleinsten Strassen gefahren. Top Streckenführung, auf der auch dem Fahrer was geboten wurde! Bei GLP 3a musste am Ende bis zur zweiten Messung auch wirklich gebrettert werden. Sonst war die Zeit kaum zu schaffen. Zum Glück waren hier auch keine Traktoren, Pferde, Fahrradfahrer oder Kinderwagen unterwegs… 


  

Nach einer stilvollen Bratwurst auf der Kartbahn „Beule“ (?) in Hagen ging es dann wieder zurück in den Pott.  Das Gelände der ehem. Henrichshütte in Hattingen hat schon in der Vergangenheit die Kulisse für Ori-Aufgaben gegeben, nicht nur beim Ruhrblitz, sondern auch die Kamelrallye aus Hasten war hier schon unterwegs...

Dieses Mal mussten diverse Chinesen in einer vorgegebenen Sollzeit gefahren werden. Wirkte kompliziert, konnte man aber schon vorher gut lösen. Wir liessen es somit eher entspannt angehen. Leider wurde die Zeitnahme hier später neutralisiert, da es wohl irgendwelche Probleme bei der Auswertung gab.  Probleme hatte auch der ein oder andere Teilnehmer in der Kreisverkehren, die sich bei Oldtimer-Rallyes zunehmender Beliebtheit erfreuen. Kreisverkehr ist eben nicht Kreisverkehr.  Wer die Instruktionen im Bordbuch gelesen hatte, der hätte aber eigentlich nicht überrascht sein dürfen.


 

Gegen 17 Uhr erfolgte dann die Zieleinfahrt auf dem Bongard-Boulevard in Bochum. Hier musste ab ADAC-Zielbogen noch einmal eine SZP gefahren werden… 30 Meter in 9 Sekunden. Die aufgestellte Zeitnahmeuhr zeigte bei uns dann 08.99 an… Respekt, Herr Behrensdorf. Das war mal eine Hammerzeit und lies das Maleur vom Morgen ein wenig vergessen…
Nach einem Glas Ziel-Sekt ging es dann wieder nach Grumme ins Ziellokal, wo die ersten Aushänge schon für Gesprächsstoff sorgten. Wie oft musste die 17 aufgeschrieben werden? War die 19 nicht eine Negativkontrolle? Die doch trickreichen Aufgaben ließen keine genauen Erwartungen zu.  Am Ende konnte auch diese, unsere zweite gemeinsame Fahrt sehr erfolgreich abgeschlossen werden: Platz 2 in der Klasse und Platz 2 im Gesamtklassement.
An Scheidung hat widerum keiner gedacht. Im Gegenteil: beste Stimmung, es wurde viel gelacht 🙂

Fazit: Sehr professionelle Veranstaltung mit dem besonderen „Industriekultur-Flair“. Landschaftlich herausragende Strecken und Zeitprüfungen auf alten Zechen- oder Stahlwerkgeländen. Orientierungs- und/oder Zeitprüfungen können es aber in sich haben. Eine Veranstaltung, die nicht umsonst den Wettergott (fast) immer auf ihrer Seite hat. Top-Abschluss der Saison.

Link

Bericht beim Stadtsportbund Bochum
https://www.sport-in-bochum.de/ssb-bo/nachrichten-termindetails/oldtimerrallye-manta-a-aus-bochum-siegt:29207


Hier der Bericht aus 2016
Tour_de_Ruhr – klein

06.10.2018 / 51. Haserundfahrt / Bramsche

Die Haserundfahrt ist eine klassische Ori75 und wurde mehrfach von den Teilnehmern zur „besten Fahrt“ der NordOM gewählt. Erwarten darf man null Rahmenprogramm, dafür aber blitzsaubere Karten und anspruchsvolle Aufgaben. Auch wer hier in der Anfängerklasse startet, steht vor Herausforderungen!

06.10.2018 51. Haserundfahrt
Veranstalter: AC Bramsche e.V. im ADAC Weser-Ems
Team: Martina Schäfer / Frank Schäfer auf Audi A4 3.0 TDI quattro

Die Haserundfahrt folgt als waschechte Ori eigenen Regeln und es gibt eigene Cups etc. (z.B. Nord-OM).  Es handelt sich hier keineswegs um eine „Oldtimer-Veranstaltung“, auch wenn die heutigen Oldtimer-Rallyes ihrerseits viele Ori-Elemente aufgreifen. Demnach gibt es hier auch keine Klasseneinteilung touristisch, tourensportlich, sportlich – sondern eigene Klassen je nach Anspruch sowie Vorkenntnissen der Teilnehmer. Dazu gibt es noch Sonderklassen. Insgesamt also ganz schön viel Klassen… A, YO, E, AK, S & F sowie B & C.  Erwähnenswert eine eigene Klasse für Elektrofahrzeuge und eine für Feuerwehrfahrzeuge. Sehr schön. Im Endeffekt gibt es zwei grundsätzlich verschiedene Aufgabenstellungen (schwer für B&C, weniger schwer für den Rest) und in der Auswertung dann verschiedene Klassenwertungen. Da die Haserundfahrt bekanntermaßen anspruchsvoll ist, haben wir uns mehr als „A“ nicht zugetraut und es durfte dieses Mal auch ein „vernünftiges“ Gefährt der Jetztzeit sein. Dank Allradantrieb fühlten wir uns auch für eher schlechtere Straßenzustände gut gewappnet. Allerdings war schon die Anreise ein Abenteuer, besser, eine Zumutung. Nicht nur war das Lotter Kreuz komplett gesperrt, auch die Umfahrung hatte diverse Baustellen und Umleitungen zu bieten. Am Ende wurde gar eine Kuh direkt an der Strasse eingefangen, was für weitere Verzögerungen sorgte. Im Start- und Ziellokal Bischof-Reddehase kamen wir demnach hoffnungslos zu spät an. Der Veranstalter war aber sehr freundlich und großzügig und hat uns ein paar Startnummern nach hinten gereiht. Daumen hoch dafür!

Direkt am Startlokal sorgte eine weitere Baustelle für Vollsperrung und so ging es erstmal nach (Übersichts-)Karte zum eigentlichen Start, an dem man dann das Roadbook für die folgenden 75 km verteilt auf 13 Fahraufträge bekam. Und die hatten es in sich, auch in der „einfacheren“ Version…
Es zeigt sich hier einmal wieder, dass der Ori-Profi nur ein paar ganz wenige, wesentliche Grundregeln benötigt, und damit kann er dann absolut saubere und dennoch schwierige Aufgaben „basteln“:

  • Einbahnstrassensystem
  • Kein Kreuzen, amerikanisches Abbiegen erlaubt
  • Nur doppellinige Wege
  • Verbinden nach letzter Karte

Mehr braucht es nicht. Der ein oder andere Fahrtleiter aus dem Oldtimer-Rallye-Sport könnte sich hier ggf. mal ein Beispiel nehmen…

 

Zurück zur Haserundfahrt. Es ging bei bestem Sonnenwetter über kleine und kleinste Strassen und Wege. Man ist immer wieder erstaunt, wie solche Strecken gefunden und ausgearbeitet werden. Dabei war fast alles: kleine Ecken und Ausbuchtungen, Überlappungen, Umfahrung von Nebenstrassen mit gestrichelten Linien, Gegenläufigkeiten, etc.
Dabei hat das Team vom AC Bramsche auch noch Humor: Nicht nur das leibhaftige Ägypten wurde durchfahren, auch Mr. Bean sorgte am Ende noch mal für einen schelmischen Streich, der natürlich zu Fehlerpunkten führte.

Weniger lustig war das Auftreten einheimischer Landwirte und Trekkerfahrer, die das Passieren von Gebietsfremden mit PKW´s an ihren Höfen offenbar als Belästigung empfunden haben.  Nicht nur stehen dann da überall diese Bobbycars am Weg rum, nein, es wurden auch ganze Traktoren absichtlich als „Verkehrsberuhigung“ ungünstig im Weg platziert. Zum Glück verfügte die Landbevölkerung weder über Schrotflinten noch Mistgabeln und so konnten wir nach ca. 3 Durchfahrten dieses eher ungastliche Gebiet wieder verlassen.
Gegen Ende der Fahrt musste man noch einmal aufpassen, die Aufgabenstellung gingen über mehrere Seiten, inkl. Kartenfehler und Gekreisel um kleinste Dreiecke.

Dann schnurstracks zum Ziel… und leider den roten Punkt im Heckfenster von Mr. Bean nicht gesehen. Das war aber auch eine kleine Ferkelei des Fahrtleiters!

Der Aushang der Musterlösungen ist beim AC Bramsche vorbildlich. Auch wurde technisch aufgerüstet und die Ergebnisse liefen im „Loop“ auf dem Beamer. Einmal wie immer… hat man hier ein gutes Gefühl, hagelt es dann doch Fehler. In unserem Fall absolute Flüchtigkeitsfehler an Stellen, wo man weitere „Fallen“ nicht erwartet hat. Es ist eben eine Ori, keine Oldtimerrallye. Nachdem die Ergebnisse auch der zweiten Bordkarten eingepflegt waren, wendete sich das Blatt aber noch einmal und so konnten wir mit 60 Fehlerpunkten noch ganz knapp den Platz 1 in der Klasse A einfahren… Schön, wenn das Ergebnis dann doch noch stimmt . Wir hatten eigentlich nicht mehr damit gerechnet. Dazu muss man aber auch sagen, dass ein Fehler bei „kürzeste Strecke“ (an einer Stelle jedenfalls) mit satten 30 Strafpunkten (1 Baumaffe fehlt, dafür 2 andere Baumaffen zuviel) geahndet wurde.

Fazit: Mit den Oldtimerrallyes sollte man eine Ori75 nicht vergleichen, aber hier bei der Haserundfahrt stimmt einfach alles: Sehr gutes Kartenmaterial, bester Druck im Roadbook, eine landschaftlich toll ausgearbeitete Strecke mit vielen kleinen Details, eine gesunde Portion Humor und eine vorbildlich transparente Auswertung. Der Anspruch ist allerdings Ori-typisch sehr hoch, daher eher kein Tipp für Anfänger. Wer jedoch gerne Orientierungsaufgaben ohne „Gehirntod“ fahren möchte und schon etwas Erfahrung hat, sollte hier vielleicht mal vorbeischauen…. es lohnt sich…

Rennsportliches Highlight: AMC Arnsberg beim GT-Masters Rennen am Nürburgring

Ein Höhepunkt des Rennsportjahres sind die Rennen der GT Masters Serie, die vom ADAC veranstaltet werden und auf so namhaften Strecken wie Oschersleben, Salzburgring, Zandvoort, Hockenheim und natürlich dem Nürburgring stattfinden. Hier kann man noch „klassisches“ Rennsport-Flair erleben und ganz nah dran sein am Geschehen. So kann es wohl auch nicht verwundern, dass satte 23 AMC-Clubmitglieder das Angebot des ADAC Westfalen nutzten und für einen geringen Kostenbeitrag dem „Ruf des Rings“ am 05. August folgten.

Los ging es bereits sehr früh am Morgen um 7 Uhr bei der ADAC-Zentrale in Dortmund. Dort sollte der Doppeldeckerbus in Richtung Eifel starten. Mit 23 Personen sicherte sich der AMC direkt den unteren Bereich des Busses. So konnte man die folgenden 2 Stunden 15 Minuten Fahrt gut und bequem verbringen.

Am Nürburgring angekommen erfolgte zunächst der „Check In“ der Teilnehmer im ADAC-VIP-Zelt im Fahrerlager. Hier war erst einmal Frühstücken angesagt. Danach konnte das spezielle Motorsport-Flair am historischen Nürburgring hautnah live erlebt werden. Im Rahmen des „Pitwalk“ standen Fahrzeuge und Fahrer direkt vor einem und wurden erlebt und bestaunt. Autogramme gab es ohne Ende und auch das ein oder andere Grid Girl wurde gesehen. Im Gegensatz z.B. zur Formel 1 gehören solche traditionellen, volksnahen Elemente hier noch unbedingt zur Show dazu! Die Zeit verlief wie im Flug, bei den ganzen interessanten Menschen und Fahrzeugen.

     

Dann wurde es aber auch Zeit für die Rennen. Positionswechsel auf die Tribüne. Von hier aus konnten die AMC Mitglieder im Rahmenprogramm zunächst den Porsche Carrera Cup Deutschland und dann das eigentliche Rennen der GT Masters-Serie bei bestem Wetter (auch das gibt es in der Eifel!) verfolgen. Diverse hochkarätige Teams kämpften auf heißem Asphalt um den Sieg im zweiten Rennen (das erste Rennen wurde bereits am vorherigen Samstag ausgetragen). Am Ende konnten sich Filip Salaquarda und Frank Stippler vom Team ISR auf Audi A8 LMS mit ca. 11,5 Sekunden Vorsprung vor Maximilian Götz und Markus Pommer auf Mercedes-AMG durchsetzen. Das Besondere: Das Team ISR ist eine tschechische Mannschaft, fuhr hier den ersten Sieg überhaupt ein und ist damit die insgesamt 37. Mannschaft der Serienhistorie, der ein Sieg im ADAC GT Masters gelang. Für Frank Stippler war der Sieg im Sonntagsrennen der insgesamt zweite im ADAC GT Masters. Seinen ersten holte der Lokalmatador aus Bad Münstereifel ebenfalls auf dem Nürburgring: im Jahr 2008 zusammen mit Lance David Arnold im Porsche. Es war der erste Sieg eines „Neunelfer“ in der Serie überhaupt. Kein anderer Fahrer in der ADAC GT Masters-Historie hat eine so lange Siegesspanne.

Im Anschluss an die Rennen war aber noch nicht Schluss, denn der Nürburgring bietet mehr. Die AMC-Gruppe teilte sich. Während ein Teil das Ringwerk auf Shopping-Tour bevölkerte, und sich andere mit abgefahrenen Reifen von Rennautos für die heimische Sammlung eindeckten – dies ist kein Scherz, sondern gelebte Motorsportleidenschaft. Im Fahrerlager stand ein ganzer LKW mit alten Rennreifen zur Selbstbedienung. Echte Benzinjunkies legen eine Glasplatten drauf und haben dann einen stilvollen Tisch fürs heimische Wohnzimmer  – suchte der Rest der Mannschaft bei immer noch bestem Wetter den Biergarten vor dem ADAC-Zelt auf und stärkte sich bei Bitburger und Grillsteaks. Pünktlich um 17 Uhr erfolgte dann nach einem erlebnisreichen Tag die Rückfahrt mit dem Bus nach Dortmund und anschließend individuell ins heimische Sauerland. Alle Teilnehmer waren sich einig: ein super Tag am Nürburgring, perfekt organisiert vom ADAC!

 

29.09.2018 / 48. ADAC Rallye Stemweder Berg Historic / Stemwede

Zum letzten Lauf des ADAC Oldtimer Cup Westfalen-Lippe hat der AMC Stemeder Berg eingeladen. Start und Ziel ist das Hotel-Restaurant Wilhelmshöhe auf dem… Stemweder Berg nordöstlich von Osnabrück nahe dem Dümmer See.  Auch der AMC Stemweder Berg ist traditionell motorsportlich sehr aktiv,  so wird z.B. auch regelmäßig eine „richtige Rallye“ ausgerichtet. Die „historische“ Version wird immerhin schon zum 48. Mal verstaltet.

29.09.2018 48. ADAC Rallye Stemweder Berg Historic
Veranstalter: AMC Stemweder Berg e.V. im ADAC
Team: Martina Schäfer / Frank Schäfer auf BMW 528i

Da Start und Ziel im Hotel-Restaurant Wilhelmshöhe erfolgen, gibt es die Möglichkeit für weiter auswärtige Teilnehmer, hier auch direkt zu übernachten, um sich eine extreme Frühanreise und/oder eine nächtliche Heimfahrt zu ersparen. Die Lage auf dem Stemweder Berg ist zudem landschaftlich sehr reizvoll und so kann man hier schön ein „verlängertes“ Wochenende verbringen. Ein absoluter Pluspunkt ggü. anderen Veranstaltungen mit den bekannten oder auch berüchtigten Starts und Zieleinläufen in rustikalen Autohäusern 🙂

 

Nachdem wir also schon am Vorabend Küche und Bar in Anspruch nehmen konnten, ging es am Rallyetag selber mit Papier- und technischer Abnahme los. Bei bestem frühherbstlichem Sonnenwetter trafen sich viele bekannte Gesichter und Rallyeteilnehmer, auch wenn einer solchen Veranstaltung sicherlich ein größeres Teilnehmerfeld zu wünschen wäre (dazu später mehr). Bei der Papierabnahme erhielt man dann auch direkt das Roadbook für die komplette Veranstaltung. Besonderheit: die Aufgabenstellung für die insgesamt 3 Orientierungsetappen gab es immer erst direkt am Start zu diesen Abschnitten.

Insgesamt gab es somit drei verschiedene Arten von „Aufgabenstellungen“:

  • Sollzeitprüfungen inkl. Überwachung der Strecke mit stummen Kontrollen
  • Orientierungsetappen mit stummen, unbesetzten Kontrollen sowie besetzten Stempelkontrollen
  • Überführungsetappen nach Karte ohne Kontrollen

Chinesenzeichen kamen nur vereinzelt als Beimischung bei den Kartenaufgaben i.S. einer Chinesenrallye zum Einsatz. Die Sollzeitprüfungen waren alle eher lang, d.h. keine 5- oder 10-Sekunden Prüfungen, und alle hatten insgesamt 3 Messpunkte und waren als Rundkurse ausgestaltet. Mit den insgesamt 4 GLP´s kam man somit auf 12 Messungen per Lichtschranke! Positiv daran ist neben dem Fahrspass, dass die Endergebnisse dann nicht, wie bei anderen Veranstaltungen, an wenigen oder gar einzelnen Prüfungen hängen.

  

Auch die Orientierungsaufgaben waren durchaus anspruchsvoll, auch wenn das nicht immer gleich so aussah. Der wechselnde Kartenmaßstab und der Streckenverlauf durch überwiegend sehr land(wirt)schaftlich geprägtes Gebiet sorgten für genug Anspannung bei Fahrer und Beifahrer. Die Ori-Aufgaben hatten hierbei eindeutig „norddeutschen“ Einschlag, dieses wurde dann kombiniert mit anspruchsvollen Zeitprüfungen. Viel Vorzeit hatte man eigentlich níe. Und auch innerhalb der GLP´s musste mit Baumaffen gerechnet werden. Auch gab es bewusst eingesetzte Negativkontrollen. Insgesamt also für eine „touristische“ Klasse ein durchaus ambitioniertes Niveau mit einem guten, sehr ausgewogenen Mix aus Zeit- und Ori-Aufgaben, wie man es selten findet.

Erfahrungsgemäß braucht man bei jeder Rallye ein paar Minuten oder KM, um sich einzufahren. Keine Chance dazu am Stemweder Berg, hier startete man direkt in die erste 3er GLP! In der Zeitprüfung war die Haupt-Herausforderung dann eigentlich weniger die Zeit, sondern eher das Finden der richtigen Strecke unter „Zeitdruck“.

  

Nach zwei „OE-Aufgaben“ und zwei Rundkursen erfolgte dann die Mittagspause im Dreimädelhaus in Espelkamp-Isenstedt.  Hier gab es schon die ersten Diskussionen über Interpretation und Lösung in der OE2… Kürzeste Gesamtstrecke mit „nur“ zwei Pfeilen war gefragt und nicht (für alle) eindeutig lösbar…

Der Re-Start erfolgte in die Nachmittagsetappe mit weiteren 2 Zeitprüfungen und einer weiteren OE-Aufgabe. Bei letzterer näherte man sich wieder dem Stemweder Berg und somit roch das ganze nach Fallen im Sinne der zu vermeidenden „Gegenläufigkeit“. Gefunden hatten wir aber nichts. Nach der abschließenden, vierten, Zeitprüfung mit 3 Messungen ging es dann zurück auf die Wilhelmshöhe mit Zieleinfahrt und Sektempfang.

  

Kurz darauf hingen schon die ersten Ergebnisse, Musterbordkarten und Lösungen. Wir wollten noch einen Wein an der Bar trinken, da wurde schon zum Essen im Saal gebeten. Selten haben wir so ein schönes und stimmungsvolles Abendessen bei einer Rallye erlebt. Nix Schnitzelbuffet und Gemüse aus dem Wasserbecken oder Bierzeltgarnitur im Autohaus! Hier gab es ein serviertes 3-Gänge-Menü vom Feinsten. Bekannterweise fahren wir ja keine Oldtimer-Rallyes wegen dem Essen. Aber hier passte einfach alles. Gleiches kann man auch von den Ergebnissen sagen. Angesichts eines sehr hochkarätigen Starterfeldes (Teilnehmer kamen sogar aus Berlin extra angereist!) waren und sind wir mit dem 2. Platz in der Klasse und dem 5. Rang gesamt sehr zufrieden (die Gegenläufigkeit zwischen Vor- und Nachmittagsetappe hatten wir „natürlich“ übersehen, befanden uns damit aber in guter, zahlreicher Gesellschaft). Obwohl es am Ende doch noch eine Korrektur der Musterlösung nach einschlägigen „Protesten“ gab… das war aber auch der einzige Wehrmutstropfen einer ansonsten rundum sehr gelungenen Veranstaltung, der mehr Teilnehmer zu wünschen wären. Hier hört man, dass das durchaus gehobene Anspruchsniveau abschreckend wäre… auf der anderen Seite war das Niveau wohl in der jüngeren Vergangenheit auch noch anspruchvoller. Wir finden, so wie es 2018 war, kann es gerne bleiben!

Da wir eine weitere Übernachtung im Hotel gebucht hatten, konnten wir den Abend noch an der Bar ausklingen lassen. Stichwort: Benzingespräche. Naja, jedenfalls Sprit 🙂 Dabei konnten wir auch noch den diversen Anekdoten der anwesenden Rallye- und ADAC-Prominenz lauschen 🙂

  

Fazit: Sehr professionelle und schön gemachte Veranstaltung. Besonders ausgewogenes Verhältnis von Zeit- und Ori-Aufgaben, mit jeweils gehobenem Anspruch, aber immer sehr fair. Extrem gutes Kartenmaterial und Baumaffen ohne Tricks. Für Anfänger geeignet, die noch etwas lernen wollen und Frustrationstoleranz haben.  Abendveranstaltung inkl. Catering TOP und sehr stimmungsvoll.