29.09.2018 / 48. ADAC Rallye Stemweder Berg Historic / Stemwede

Zum letzten Lauf des ADAC Oldtimer Cup Westfalen-Lippe hat der AMC Stemeder Berg eingeladen. Start und Ziel ist das Hotel-Restaurant Wilhelmshöhe auf dem… Stemweder Berg nordöstlich von Osnabrück nahe dem Dümmer See.  Auch der AMC Stemweder Berg ist traditionell motorsportlich sehr aktiv,  so wird z.B. auch regelmäßig eine „richtige Rallye“ ausgerichtet. Die „historische“ Version wird immerhin schon zum 48. Mal verstaltet.

29.09.2018 48. ADAC Rallye Stemweder Berg Historic
Veranstalter: AMC Stemweder Berg e.V. im ADAC
Team: Martina Schäfer / Frank Schäfer auf BMW 528i

Da Start und Ziel im Hotel-Restaurant Wilhelmshöhe erfolgen, gibt es die Möglichkeit für weiter auswärtige Teilnehmer, hier auch direkt zu übernachten, um sich eine extreme Frühanreise und/oder eine nächtliche Heimfahrt zu ersparen. Die Lage auf dem Stemweder Berg ist zudem landschaftlich sehr reizvoll und so kann man hier schön ein „verlängertes“ Wochenende verbringen. Ein absoluter Pluspunkt ggü. anderen Veranstaltungen mit den bekannten oder auch berüchtigten Starts und Zieleinläufen in rustikalen Autohäusern 🙂

 

Nachdem wir also schon am Vorabend Küche und Bar in Anspruch nehmen konnten, ging es am Rallyetag selber mit Papier- und technischer Abnahme los. Bei bestem frühherbstlichem Sonnenwetter trafen sich viele bekannte Gesichter und Rallyeteilnehmer, auch wenn einer solchen Veranstaltung sicherlich ein größeres Teilnehmerfeld zu wünschen wäre (dazu später mehr). Bei der Papierabnahme erhielt man dann auch direkt das Roadbook für die komplette Veranstaltung. Besonderheit: die Aufgabenstellung für die insgesamt 3 Orientierungsetappen gab es immer erst direkt am Start zu diesen Abschnitten.

Insgesamt gab es somit drei verschiedene Arten von „Aufgabenstellungen“:

  • Sollzeitprüfungen inkl. Überwachung der Strecke mit stummen Kontrollen
  • Orientierungsetappen mit stummen, unbesetzten Kontrollen sowie besetzten Stempelkontrollen
  • Überführungsetappen nach Karte ohne Kontrollen

Chinesenzeichen kamen nur vereinzelt als Beimischung bei den Kartenaufgaben i.S. einer Chinesenrallye zum Einsatz. Die Sollzeitprüfungen waren alle eher lang, d.h. keine 5- oder 10-Sekunden Prüfungen, und alle hatten insgesamt 3 Messpunkte und waren als Rundkurse ausgestaltet. Mit den insgesamt 4 GLP´s kam man somit auf 12 Messungen per Lichtschranke! Positiv daran ist neben dem Fahrspass, dass die Endergebnisse dann nicht, wie bei anderen Veranstaltungen, an wenigen oder gar einzelnen Prüfungen hängen.

  

Auch die Orientierungsaufgaben waren durchaus anspruchsvoll, auch wenn das nicht immer gleich so aussah. Der wechselnde Kartenmaßstab und der Streckenverlauf durch überwiegend sehr land(wirt)schaftlich geprägtes Gebiet sorgten für genug Anspannung bei Fahrer und Beifahrer. Die Ori-Aufgaben hatten hierbei eindeutig „norddeutschen“ Einschlag, dieses wurde dann kombiniert mit anspruchsvollen Zeitprüfungen. Viel Vorzeit hatte man eigentlich níe. Und auch innerhalb der GLP´s musste mit Baumaffen gerechnet werden. Auch gab es bewusst eingesetzte Negativkontrollen. Insgesamt also für eine „touristische“ Klasse ein durchaus ambitioniertes Niveau mit einem guten, sehr ausgewogenen Mix aus Zeit- und Ori-Aufgaben, wie man es selten findet.

Erfahrungsgemäß braucht man bei jeder Rallye ein paar Minuten oder KM, um sich einzufahren. Keine Chance dazu am Stemweder Berg, hier startete man direkt in die erste 3er GLP! In der Zeitprüfung war die Haupt-Herausforderung dann eigentlich weniger die Zeit, sondern eher das Finden der richtigen Strecke unter „Zeitdruck“.

  

Nach zwei „OE-Aufgaben“ und zwei Rundkursen erfolgte dann die Mittagspause im Dreimädelhaus in Espelkamp-Isenstedt.  Hier gab es schon die ersten Diskussionen über Interpretation und Lösung in der OE2… Kürzeste Gesamtstrecke mit „nur“ zwei Pfeilen war gefragt und nicht (für alle) eindeutig lösbar…

Der Re-Start erfolgte in die Nachmittagsetappe mit weiteren 2 Zeitprüfungen und einer weiteren OE-Aufgabe. Bei letzterer näherte man sich wieder dem Stemweder Berg und somit roch das ganze nach Fallen im Sinne der zu vermeidenden „Gegenläufigkeit“. Gefunden hatten wir aber nichts. Nach der abschließenden, vierten, Zeitprüfung mit 3 Messungen ging es dann zurück auf die Wilhelmshöhe mit Zieleinfahrt und Sektempfang.

  

Kurz darauf hingen schon die ersten Ergebnisse, Musterbordkarten und Lösungen. Wir wollten noch einen Wein an der Bar trinken, da wurde schon zum Essen im Saal gebeten. Selten haben wir so ein schönes und stimmungsvolles Abendessen bei einer Rallye erlebt. Nix Schnitzelbuffet und Gemüse aus dem Wasserbecken oder Bierzeltgarnitur im Autohaus! Hier gab es ein serviertes 3-Gänge-Menü vom Feinsten. Bekannterweise fahren wir ja keine Oldtimer-Rallyes wegen dem Essen. Aber hier passte einfach alles. Gleiches kann man auch von den Ergebnissen sagen. Angesichts eines sehr hochkarätigen Starterfeldes (Teilnehmer kamen sogar aus Berlin extra angereist!) waren und sind wir mit dem 2. Platz in der Klasse und dem 5. Rang gesamt sehr zufrieden (die Gegenläufigkeit zwischen Vor- und Nachmittagsetappe hatten wir „natürlich“ übersehen, befanden uns damit aber in guter, zahlreicher Gesellschaft). Obwohl es am Ende doch noch eine Korrektur der Musterlösung nach einschlägigen „Protesten“ gab… das war aber auch der einzige Wehrmutstropfen einer ansonsten rundum sehr gelungenen Veranstaltung, der mehr Teilnehmer zu wünschen wären. Hier hört man, dass das durchaus gehobene Anspruchsniveau abschreckend wäre… auf der anderen Seite war das Niveau wohl in der jüngeren Vergangenheit auch noch anspruchvoller. Wir finden, so wie es 2018 war, kann es gerne bleiben!

Da wir eine weitere Übernachtung im Hotel gebucht hatten, konnten wir den Abend noch an der Bar ausklingen lassen. Stichwort: Benzingespräche. Naja, jedenfalls Sprit 🙂 Dabei konnten wir auch noch den diversen Anekdoten der anwesenden Rallye- und ADAC-Prominenz lauschen 🙂

  

Fazit: Sehr professionelle und schön gemachte Veranstaltung. Besonders ausgewogenes Verhältnis von Zeit- und Ori-Aufgaben, mit jeweils gehobenem Anspruch, aber immer sehr fair. Extrem gutes Kartenmaterial und Baumaffen ohne Tricks. Für Anfänger geeignet, die noch etwas lernen wollen und Frustrationstoleranz haben.  Abendveranstaltung inkl. Catering TOP und sehr stimmungsvoll.

Eine Antwort auf „29.09.2018 / 48. ADAC Rallye Stemweder Berg Historic / Stemwede“

  1. Ein toller und ausführlicher Bericht von der Stemweder Berg Historic!

    Das war wirklich eine phantastische Veranstaltung, die uns sehr viel Spaß gemacht hat. Die Anreise hat sich gelohnt und gerne kommen wir 2019 wieder nach NRW.

    Viele Grüße aus Berlin

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