13.10.2018 / Rallye Ruhrgebiet Klassik / Bochum

Die Rallye Ruhrgebiet Classic hat eine lange Tradition. Bis vor einigen Jahren war der Start immer am Bochumer Opelwerk,  die erste Zeitprüfung erfolgte traditionell durch die Werkshallen. Das ist leider vorbei und nach einem Relaunch gibt sich die Rallye Ruhrgebiet Classic seit 2016 auch nicht mehr ganz so sportlich-anspruchsvoll, dafür aber immer noch sehr professionell und jedes Jahr mit neuen Schmankerln. Hier sind erkennbar Profis mit Liebe für das Detail unterwegs.

13.10.2018 Rallye Ruhrgebiet Klassik
Veranstalter: MSC Ruhrblitz e.V. im ADAC
Team: André Behrensdorf / Frank Schäfer auf BMW 2002 ti

„Der Herbst kommt bestimmt…….. und mit Ihm die RRC 2018“ – nach diesem Motto startete am 13.10.18 bei sommerlichen Temperaturen bis 28 Grad die Rallye Ruhrgebiet Klassik in Bochum-Grumme im Gasthaus Goeke, einer urige Gaststätte im alten Fachwerkhaus mit Biergarten.  Das Team vom „Ruhrblitz“ stellt immer wieder einen gelungen Mix aus Chinesen, Ori, Zeitprüfungen und schöner Strecke zusammen. Dieses Mal sollte es von Bochum aus über Dortmund in die Nähe von Hagen und zurück gehen. Ausgeschrieben war das Ganze als „touristische Rallye“, aber wer die Ruhrblitzer kennt, der wusste sich auf die ein oder andere Schmakazie einzustellen. Nach einem guten Frühstück bekam man das Roadbook 15 Minuten vor dem Start, der auf dem Parkplatz einer benachbarten Kirche erfolgte.

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Man wähnte sich noch beim Einfahren, da musste nach knapp 5 Minuten Fahrzeit auf einem Parkplatz schon die erste Sollzeitprüfung gefahren werden: 120 Meter in 15 Sekunden. Eigentlich easy.

Die Chinesen zeigten eine scharfe Linkskurve an.  3,2,1-los und irgendwie gemächlich rollten wir los. Am Scheitelpunkt der Kehre fing der Talking Timer schon an zu zählen… 10, 9, … hier stimmte was nicht!!! Keine Lichtschranke zu sehen. Aufgrund der dicken Reifen kamen wir auch nur mühevoll um  die wirklich enge Kurve rum. Das Ziel in weiter Ferne…. Panik und Vollgas! Gefühlte Stunden zu spät die Durchfahrt an der Lichtschranke. Das war nix!!! Kommentar von Herrn Behrensdorf: „wir waren noch im Schlafmodus“ – WIR?? Ok, abhaken, das wird anderen ähnlich gehen, Konzentration und die Strecke unter die Reifen nehmen. Zuerst ging es naturgemäß durch dichte Bebauung, viele Ampeln und sogar Stücke von Schnellstrasse und Autobahn. Aber wie immer auch vorbei an wunderschönen oder zumindest bekannten Landmarken des Ruhrgebiets. Haus Dellwig war so ein schöner grüner Moment. Danach wurde es sehr schwarz-gelb, denn es ging in Dortmund am Stadion vorbei. Ich war hier noch nie, mein Fahrer schon sehr oft… trotzdem war Verzückung angesagt...

Am ehemaligen Hoesch-Hochofenstandort Dortmund Phoenix-West gab es nach der ZK 1 die erste „besondere“ Orientierungsaufgabe… insgesamt 11 Pfeile waren in einer bestimmten Reihenfolge zu fahren, ohne gegen das Einbahnstrassenprinzip zu verstoßen. Garnicht mal so einfach. Bei dem ganzen Gekreisel konnte einem schon ein wenig schummerig werden. Konzentration war angesagt, um nicht den Überblick zu verlieren. Anschließend ging es dann Richtung Iserlohn und die Landschaft wurde immer grüner und bergiger. GLP 2 und 3 wurden auf wirklich geilen Bergstrecken auf kleinen und kleinsten Strassen gefahren. Top Streckenführung, auf der auch dem Fahrer was geboten wurde! Bei GLP 3a musste am Ende bis zur zweiten Messung auch wirklich gebrettert werden. Sonst war die Zeit kaum zu schaffen. Zum Glück waren hier auch keine Traktoren, Pferde, Fahrradfahrer oder Kinderwagen unterwegs… 


  

Nach einer stilvollen Bratwurst auf der Kartbahn „Beule“ (?) in Hagen ging es dann wieder zurück in den Pott.  Das Gelände der ehem. Henrichshütte in Hattingen hat schon in der Vergangenheit die Kulisse für Ori-Aufgaben gegeben, nicht nur beim Ruhrblitz, sondern auch die Kamelrallye aus Hasten war hier schon unterwegs...

Dieses Mal mussten diverse Chinesen in einer vorgegebenen Sollzeit gefahren werden. Wirkte kompliziert, konnte man aber schon vorher gut lösen. Wir liessen es somit eher entspannt angehen. Leider wurde die Zeitnahme hier später neutralisiert, da es wohl irgendwelche Probleme bei der Auswertung gab.  Probleme hatte auch der ein oder andere Teilnehmer in der Kreisverkehren, die sich bei Oldtimer-Rallyes zunehmender Beliebtheit erfreuen. Kreisverkehr ist eben nicht Kreisverkehr.  Wer die Instruktionen im Bordbuch gelesen hatte, der hätte aber eigentlich nicht überrascht sein dürfen.


 

Gegen 17 Uhr erfolgte dann die Zieleinfahrt auf dem Bongard-Boulevard in Bochum. Hier musste ab ADAC-Zielbogen noch einmal eine SZP gefahren werden… 30 Meter in 9 Sekunden. Die aufgestellte Zeitnahmeuhr zeigte bei uns dann 08.99 an… Respekt, Herr Behrensdorf. Das war mal eine Hammerzeit und lies das Maleur vom Morgen ein wenig vergessen…
Nach einem Glas Ziel-Sekt ging es dann wieder nach Grumme ins Ziellokal, wo die ersten Aushänge schon für Gesprächsstoff sorgten. Wie oft musste die 17 aufgeschrieben werden? War die 19 nicht eine Negativkontrolle? Die doch trickreichen Aufgaben ließen keine genauen Erwartungen zu.  Am Ende konnte auch diese, unsere zweite gemeinsame Fahrt sehr erfolgreich abgeschlossen werden: Platz 2 in der Klasse und Platz 2 im Gesamtklassement.
An Scheidung hat widerum keiner gedacht. Im Gegenteil: beste Stimmung, es wurde viel gelacht 🙂

Fazit: Sehr professionelle Veranstaltung mit dem besonderen „Industriekultur-Flair“. Landschaftlich herausragende Strecken und Zeitprüfungen auf alten Zechen- oder Stahlwerkgeländen. Orientierungs- und/oder Zeitprüfungen können es aber in sich haben. Eine Veranstaltung, die nicht umsonst den Wettergott (fast) immer auf ihrer Seite hat. Top-Abschluss der Saison.

Link

Bericht beim Stadtsportbund Bochum
https://www.sport-in-bochum.de/ssb-bo/nachrichten-termindetails/oldtimerrallye-manta-a-aus-bochum-siegt:29207


Hier der Bericht aus 2016
Tour_de_Ruhr – klein

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