Untote kehren zurück: Diskussion über H-Kennzeichen

Die Diskussion über „Dieselskandal“, Fahrverbote, Feinstaub und die globale „Klimarettung“ von Deutschland aus hat zum Jahreswechsel 2018/19 auch die Oldtimer-Szene erreicht.

Ein sehr engagierter, auch sachlich fundierter Beitrag erschien dazu im Heft 01/2019 von „Oldtimer Markt“. Auf sieben Seiten wurde dargestellt wie „die DUH einer Nation Sand ins Getriebe wirft“.

Damit hat sich Oldtimer Markt als echte Fachzeitschrift mit Herz für die Szene bestätigt. Im Heft 02/2019 wurden dazu viele viele Leserbriefe veröffentlicht.

Etwas anders war der Tonfall in den Publikationen der Motor Presse Stuttgart.

Im Heft 01/2019 der Zeitschrift „Youngtimer“ lautete die etwas doppeldeutige Überschrift auf Seite 6 „Der verdammte Diesel“ und das Fazit war sogar positiv: „Alltags-Youngtimer werden somit weniger, Sammlerstücke, die es sich lohnt aufzuheben, dagegen mehr“.

Ein sehr merkwürdiges Fazit für eine Publikation, die sich eigentlich genau dem Alltags-Youngtimer verschrieben hat und auch für die berühmt-berüchtigten Berichte über „Autos vom Schrott“ bekannt ist.

Zudem ist es etwas gewagt, einem Fahrverbot für Dieselfahrzeuge eine Art positive Selektionswirkung zuzusprechen…

Höhepunkt war aber ein Beitrag in „Motor Klassik“, Heft 2/2019. Dort wurde einem Herrn Körper, Präsident der Landesgruppe des ASC in Württemberg-Hohenzollern Platz und Öffentlichkeitswirksamkeit eingräumt für einen Gastbeitrag oder Denkanstoss, in dem er mal eben 10 Jahre Pause für das H-Kennzeichen eingefordert hat. Im Editorial wurde dazu geschrieben „einige Verbände denken nun über freiwillige Selbstbeschränkungen nach“ – Wer die andere Verbände sein sollen, neben dem Herrn Körper, wurde aber nicht benannt. Hieraus erwuchs ein enormes Medienecho, Welt und Spiegel online berichteten ausführlich und die DUH sekundierte, dass man diese alten Karren natürlich nicht mehr im Strassenverkehr sehen will. Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde…

Ein Denkanstoss? Der Begriff „Opferbereitschaft“ kann zu leichtem Grusel verleiten…

Der „Denkanstoss“ in der Motor-Klassik hat enorme Nachwirkungen gehabt. Nicht nur hat sich der ASC inzwischen offiziell von der „Privatmeinung“ des Herrn Körper distanziert. Auch die Tonlage der o.g. Publikationen hat sich (aufgrund des Leserechos?) geändert. Youngtimer schreibt „der Diesel ist doch ein Guter“ und Motor Klassik schreibt „Einigkeit macht stark“ (Editorial 03/2019).

Allerdings glaubt man dort immer noch daran, dass weiterhin keine Einschränkungen für das H-Kennzeichen geplant sind… Die Leserbriefe im selben Heft sprechen da eine deutlichere Sprache….

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