15.06.2019 / Classic Rallye / Ahaus

Im vierten Durchgang hat sich die Classic Rallye Ahaus bereits als „Klassiker“ etablieren können. Davon zeugt auch die Berücksichtigung in gleich drei Cup-Wertungen.

15.06.2019 Internationale Barock-Classic Rallye Ahaus
Veranstalter: Automobilclub Ahaus e.V. im ADAC
Team: André Behrensdorf / Frank Schäfer auf BMW 2002 ti

Start und Ziel verteilen sich auf das wunderschöne Ambiente am Barockschloss sowie das „Kulturquadrat“, eine Art sehr modernes Bürgerhaus. Mit knapp 65 Teilnehmern gab es nicht ganz so viele Teilnehmer wie bei anderen Veranstaltungen dieses Jahr. Davon waren immerhin 20 in der anspruchsvolleren sportlichen Klasse angemeldet. In unserer touristischen Klasse 9 gab es ganze 19 Starter, also ca. 1/3 der Nennungen waren touristisch aus den Jahren 1971 bis 1980.

Zurück zum Start am Schloss. Hier bekam man 15 Minuten vor der Startzeit die Fahrtunterlagen. Bereits bei der Fahrerbesprechung gab es vorher einige Hinweise und Tipps…. Fahraufträge nach Karte und Chinesen, Überlappungen können vorkommen, es gilt den ganzen Tag Einbahnstraßenprinzip, Baumaffen können auch links stehen… Kreuzen ist erlaubt! Die Fahrunterlagen sind sehr ausführlich und geben Anfängern so eine Menge Hinweise, ein bisschen kann man aber auch den Überblick verlieren.

Vom Schlossgarten geht es durch den Torbogen zu ersten Sollzeitprüfung mit 8 Sekunden. Auch danach sitzt einem die Zeit im Nacken. Keine langen Etappen, sondern knackige Abschnitte von bis zu 60 Minuten erwarten einen. Die Kombination von Ori, ZK und eingestreuten GLP ist sehr abwechslungsreich. Man muss sich aber auch gut konzentrieren. Lange überlegen ist nicht – Sonst gibt es die Strafe an der ZK …!

Im Unterschied zu anderen Oldtimer-Rallyes werden die Sollzeitprüfungen in Ahaus nicht als „10-30 Sekunden-Prüfung“ auf einem Parkplatz ausgetragen, sondern auf öffentlichen Straßen, die zumeist recht eng sind. Die Sollzeit beträgt dann z.B. 3 Minuten 15 oder 7 Minuten 20. Das bringt Spannung, denn man kann sich in der GLP auch verfahren! Oder vor einem fahren andere Teilnehmer, die es sehr gemütlich angehen lassen und somit die Strecke blockieren. Dazu kommen dann noch die üblichen Verdächtigen: Trecker, riesige Landmaschinen, Müllwagen, Postboten, Jogger, Fahrradfahren, Hunde, Pferde, …. Zum Glück waren die Anrainer auch in Ahaus dem Oldtimerwesen durchweg sehr positiv gesonnen.

Aufregend war auch die Streckenführung über kleine und kleinste Straßen im Münsterland, es gab sogar einige längere Passagen über Schotter. Da wurde das alte Rallye-Feeling geweckt 🙂 Aber es gab auch sehr ländliche Szenen, die man dank Überlappung zweimal passieren konnte…

Bisher war ich immer etwas skeptisch, wenn Bekannte über „stehen gebliebene“ Stoppuhren in GLP´s berichtet haben. Jetzt ist es uns selber passiert. Beim Start zur GLP 3 zeigte der Talking Timer beim Drücken auf „Start“ plötzlich einfach wieder 0:00:00 an, statt los zu zählen. Verdammt. Zudem musste man die 3 Minuten 15 in einem Gewerbegebiet fahren, wo die Streckenführung nicht 100% klar war und auch noch Baumaffen lauerten. Total versiebt haben wir es nicht, aber über 3 Strafpunkte an einer an sich „einfachen“ GLP sind natürlich schon übel, wenn man vorne mitfahren will. Diese Talking Timer sind Fluch und Segen zugleich: Einfach zu bedienen, sprechen schön die Zeit, aber leider auch sehr anfällig und die Batterien gehen schnell leer, da es keinen An-Aus-Schalter gibt. Wir haben uns daher vorgenommen, verstärkt auf unseren technischen Neuzugang im Cockpit zu setzen: den Rallye Timer von Christian Huber. Der spricht auch schön laut, ist aber nicht ganz so einfach zu bedienen. Also ab jetzt üben.

Die Mittagspause war wiederum im Autohaus Voss in Rosendahl. Man konnte sich die Zeit vertreiben und die umfangreiche Privatsammlung bestaunen. Nicht nur allerlei seltene Oldtimer gab es zu sehen, sondern auch die passenden Devotionalien mit Zeitkolorit.

Leider sind dieses Jahr verstärkt „nölige“ Teilnehmer aufgefallen, gerade in der sportlichen Klasse. Sportlich sollte ja auch das Verhalten bei einer Rallye sein. Stattdessen hat man immer Recht und wenn es mal nicht so läuft, sind die anderen Schuld, man selber aber natürlich nicht. Wenn der Bauer nicht schwimmen kann, liegt es an der Badehose!  Ich finde: gerade die Teilnehmer der sportlichen Kategorie, aber natürlich nicht nur die, sollten in jeder Hinsicht ein Vorbild sein. Dazu zählt auch, in der Schlange von ZK´s oder bei GLP´s andere Teilnehmer nicht zu behindern und umsichtig zu agieren. Leider kann man auch diesbezüglich immer wieder „Ausfälle“ beobachten. Nun wurde auch an dieser Stelle immer wieder über grenzwertige Auswertungsprozeduren berichtet (gilt nicht für Ahaus!), es kann aber auch nicht sein, dass man als Teilnehmer bei nicht genehmen Ergebnissen sich quasi nach oben klagen will und dazu alle möglichen Regelungen in den Ausschreibungen hinterfragt oder in Zweifel zieht. Gerade wer schon 200+ Pokale zuhause stehen hat, sollte doch ein wenig über den Dingen stehen können.

Stichwort Pokale: Beim Eintreffen im Kulturquadrat hingen schon gegen 17 Uhr die ersten GLP-Ergebnisse und kurz danach auch die Musterbordkarten. Wie wir es schon erwartet hatten, zeigte sich der Abwechslungsreichtum der Veranstaltung auch bei den Ergebnissen. Es kam auf die Ori-Aufgaben genauso an wie auf die GLP und die ZK! Auch bei den Touristen hatte kaum ein Team null Fehler in der Bordkarte… es blieb also bis zum Schluss spannend. Da wurde es noch mal knapp… aufgrund unserer Null-Fehler-Strategie in der Bordkarte konnten wir die versemmelte GLP ausgleichen und so noch den ersten Platz in der Klasse und den zweiten Platz Gesamt Touristisch erreichen. Den touristischen Gesamtsieg erfuhren sich Bez/Bez mit Enkel, ganz alte Hasen, auch in einem BMW 02.

Fazit: Ambiente, Organisation und Verpflegung top. Auch in der touristischen Klasse wird Fahrer und Beifahrer in den Aufgaben einiges geboten, so dass echtes Rallyefeeling aufkommt. Auch in den Details stimmig gemacht. Der Weg ins westliche Münsterland lohnt sich also!

Cup-Wertungen

Stell´ Dir vor, Du interessierst Dich für Fußball. Jedes Wochenende finden die Bundesligaspiele statt. Es gibt Siege, Niederlagen und Unentschieden. Die einzelnen Ergebnisse kannst Du in Erfahrung bringen. Es gibt auch eine Bundesliga-Tabelle. Diese wird vom DFB aber nicht veröffentlicht! Warum …? Ähm, tja, weis man nicht.. zu wenig Personal? Andere Dinge zu tun?

So ähnlich (er-)geht es den Rallyeteilnehmern beim Classic Revival Pokal und Oldtimer-Cup Westfalen-Lippe derzeit.

Classic Revival Pokal:
1. Lauf am 06.04.19, bisher 8 Veranstaltungen durchgeführt, davon lediglich 2 veröffentlicht, aktueller Stand datiert vom 13.04. (2 Monate alt). Lt. Eintrag vom 17.4. soll(te) eine Aktualisierung „im Mai“ erfolgen. Welches Jahr wohl gemeint ist?

Oldtimer-Cup Westfalen-Lippe:
1. Lauf am 13.04.19, bisher 4 Veranstaltungen durchgeführt (mit Buschkamp sind es 5), bisher nichts veröffentlicht. Keine Reaktion auf Anfragen per EMail.

10.06.2019 / Oldtimer Treffen Buschkamp / Bielefeld

Auf historischen Spuren unterwegs…

http://www.owl-journal.de/unglaublich-rasant-das-teutoburger-wald-rennen/

10.06.2019 Oldtimer Treffen Buschkamp inkl. Touristische Oldtimerfahrt für Automobile
Veranstalter: AC Bielefeld e.V. im ADAC.
Team: Martina Schäfer / Frank Schäfer auf Volkswagen Golf 1 GTI

Das Oldtimertreffen Buschkamp zählt zwar auch als Lauf zum touristischen ADAC Oldtimer-Cup Westfalen-Lippe, es ist aber eher ein Happening, als eine klassische Rallye. Am Museumshof in Bielefeld-Sennestadt herrscht Volksfeststimmung, es gibt Musik, Getränkestände, Leckeres vom Grill und viele schöne alte Autos zum Kucken.

Die Veranstaltung beginnt recht spät am Pfingstmontag mit dem Oldtimerbuffet für die Teilnehmer im Fahrerlager, einer alten Relaisstation am historischen Weg über den Teuto. Da das Restaurant im Museumshof auch sonst für gehobene Kulinarik mit Unterhaltungswert bekannt ist, kann auch das Oldtimerbuffet überzeugen. Klasse gemacht mit westfälischem Einschlag. Dann konnten wir uns die Zeit bis zu unserem Start um 13.40 Uhr noch ein wenig bei Benzingesprächen und dem ein oder anderen Wein vertreiben.

Aber obacht, nicht zu sehr der Entspannung verfallen, denn die Rallye will ja auch noch gemeistert werden. Los geht es mit einer 10 Sekundenprüfung auf wirklich sehr kurze Distanz (20 Meter) vor Publikum und auf Kopfsteinpflaster. Gar nicht mal so einfach. Danach ca. 2 Stunden durch die Senne nach Karte mit roten Linien sowie einmal zur Abwechslung auch per Chinesenrallye. Sehr schöne Streckenführung, zum Teil auf kleinsten Wegen und an einer Stelle auch über Schotter.

Die Baumaffen sind auch historisch und recht klein, man muss also durchaus hoch konzentriert sein. Letztes Jahr hatten wir einen etwas versteckten Affen auf einem Werbeschild übersehen und konnten dann in der Wertung über ein „unter ferner liefen“ nicht mehr hinaus kommen. Das sollte dieses Jahr anders laufen!

Ebenfalls wie im Vorjahr die zweite Zeitprüfung am Flugplatz Oerlinghausen. Auch hier bei tollem Wetter viel Publikum. Während wir auf den Start warteten, konnte ein Doppeldecker (ca. 1. Weltkrieg) bei seinen atemberaubenden Pirouetten am Himmel beobachtet werden. Cool. Hier am Flughafen war dieses Mal der „trickreiche“ Chinese angebracht. Im ganzen Gewühl konnte man die „11“ am Strassenrand wohl gerne übersehen, zumal diese Stelle zweimal angefahren wurde.

Kurz vor dem Ziel noch eine Stempelkontrolle und dann war doch tatsächlich noch ein Kästchen frei auf der Bordkarte… Hatten wir doch wieder eine Kontrolle übersehen?? Nein, nach kurzer Zeit Entwarnung, ein Schild hing noch bis zum Ziel, damit Eigen-Anspruch erst einmal erfüllt.

Leider waren unsere Zeiten eher mau. Für den fünften Platz in der Klasse und einen Pokal  hat es dennoch gereicht. Und viel Spass hatten wir sowieso!

Fazit: Tolles Oldtimer-Event in einem stimmigen Gesamt-Konzept. Gerade Anfänger können hier für relativ kleines Geld einen schönen Einstieg finden. Die Ergebnisse sind am Ende sehr knapp, es braucht Null Fehler in der Bordkarte und sehr gute Zeiten.

08.06.2019 / Hagen Klassik / Hagen

Bei unserer erstmaligen Teilnahme an der Hagen Klassik 2018 (Bericht hier https://www.amc-arnsberg.de/?p=2295 zeigte sich eine uns ungewohnte Kombination aus Oldtimerwandern (keine Baumaffen!) und anspruchsvollen Zeitaufgaben, die zum Teil auch sehr exotisch ausgestaltet werden (Sollzeit 1,5 Sekunden). Relativ gruselig waren Auswertung und Siegerehrung am sehr späten Abend, eher vorbildlich die vorab im Internet verfügbaren Informationen, die schon einen Beifahrerlehrgang-Charakter hatten (leider werden diese nicht mehr weiter geführt)
Nachdem im Nachgang zur 2018er Auflage viele / sehr viele Beteiligte „verloren gingen“, wurde für 2019 eine erneute Neu-Auflage erwartet bzw. angekündigt: Einfachere Start-Ziel-Sollzeitprüfungen und Fahraufträge wieder nur nach Chinesen, dieses Mal aber durchaus mit Anspruch. Denn auch mit Chinesen kann der Fahrtleiter ja so allerlei Schabernack treiben und die Teilnehmer in Fallen locken. Stichwort Bauminseln oder Kreisverkehre 🙂 Geblieben ist das Rallye-Zentrum in der Mensa der Fernuni.

Apropos Schabernack: Im Vorfeld verwirrt die Fahrtleitung schon einmal mit einem online gestellten Bulletin, betreffend die Referenzstrecke für die Kilometrierung im Bordbuch (Aufgaben nach kilometrierten Chinesen):

„Die gesamte Kilometrierung der Strecke im Bordbuch entspricht der Kalibrierung der ehemaligen VDO-Teststrecke, die sich im Bereich der Feldmühlenstraße 9 in 58099 Hagen befindet und links und rechts am Bordstein gekennzeichnet ist. Sie befahren diese Strecke zwischen den Zeichen 27 und 30 im Bordbuch 1.“

Was soll einem das sagen? Erfahrungsbasiert erwartet man hier doch im Verlauf der Aufgaben eine oder mehrere Fallen. Was ist die ehemalige VDO-Kalibrierung? Ist die ggf. besonders exotisch? Nur wenige Teilnehmer haben die Meßstrecke dann wohl tatsächlich abgefahren so wie wir. Das sollte auf die Ergebnisse auch nur geringe Auswirkungen haben. Tatsächlich war aber das Roadbook wirklich sehr präzise beschrieben: die Distanzen stimmten exakt auf 10 Meter genau.

08.06.2019 35. Hagen Klassik
Veranstalter: Hagener Automobil Club e.V.
Team: André Behrensdorf / Frank Schäfer auf BMW 2002 ti

Nach dem Auswertungschaos im letzten Jahr wurde die Veranstaltung teilweise re-settet und es gab u.a. ein komplett neues Auswertungsteam. Nicht neu waren Start und Ziel an bzw. in der Mensa der Fernuni Hagen, auch wenn morgens die Leiterin des „Freilichtmuseums Hagen“ begrüßt wurde. Tatsächlich war es wohl eher die Rektorin… 🙂

Die knappen Ausführungsbestimmungen kündigten an (Touristische Klasse):
185 km Fahrstrecke, 5:45 Stunden Fahrzeit, nur 3 Abschnitte, 5 Kurz-GLP als Sollzeitmessungen mit Lichtschranken.

Kontrollen sollten als besetzte und unbesetzte Stempelkontrollen vorkommen, sowie als Baumaffen. Glücklicherweise keine Ortseingangsschilder (da hätte man wahrscheinlich 10 Bordkarten mit füllen können an diesem Tag).

Roadbook und Bordkarte gab es erst am Start und los ging es direkt in die erste Kurz-WP auf einem Parkplatz an der Uni. Auch die restlichen Sollzeitprüfungen wurden alle auf abgesperrten Geländen ausgetragen. Die Beschreibungen gab es dazu auf einem gesonderten Blatt und diese waren wirklich vorbildlich dargestellt.

Sehr präzise auch das chinesische Roadbook, welches einen aber zunächst für längere Zeit durch wenig attraktive Städte führte. Hoher Anteil von Ampeln und Tempo 30 Zonen, erst später und am Nachmittag ging es dann durch wunderschöne bergische Landschaften auf zum Teil atemberaubend kleinen Straßen. Der Zustand der Straßen war aber überwiegend grottenschlecht. Investitionsstau Deutschland, aber dafür kann der Veranstalter ja nichts.

Bei den Chinesen hatten wir nach den Vorankündigungen eigentlich diverse Fallen oder Schmakazien erwartet. Bis auf eine Stelle am Vormittag war da aber nichts. Keine Bauminseln, keine Parkplätze. Nothing. Chinese um Chinese wurde an einander gereiht und so zog sich die Strecke doch etwas zäh dahin. Auffällig im Vergleich die zum Teil sehr kurzen Abstände der Kilometrierung, auch an Stellen, wo dies zum Auffinden der Strecke eigentlich nicht erforderlich gewesen wäre. So wurden z.B. 840 Meter geradeaus mit 8 Fahraufträgen dargestellt, wo ein Zeichen ausgereicht hätte. So kann man auch Seiten im Bordbuch füllen.

Für die Mittagspause hatte man die Henrichshütte in Hattingen ausgewählt, heute ein Museum und imposanter Bestandteil der Route Industriekultur.

Weniger beeindruckend, zumindest im positiven Sinne, war der Mittagsimbiss, von Essen möchte man da nicht schreiben. Wie im letzten Jahr (deja vu) gab es Reste von Gemüse als wässrige Suppe mit einem abgezählten Fleischklops, ebenfalls ohne Geschmack. Wie hoch war noch mal das Nenngeld? 149 Euro? Unfassbar. Wie im letzten Jahr begann die Suche nach alternativen Lebensmittelquellen. Zum Glück fand gleichzeitig auf dem Gelände noch ein Ford Mustang-Treffen statt! Dort gab es Getränkestände, Kuchen, aber auch Pommes und leckere Burger! Warum nicht so, liebe Veranstalter?

Ähnlich grenzwertig war die organisatorische Performance rund um die Mittagspause (ZK an und ab). Vorzeit war nicht erlaubt, davon hatten wir aber reichlich. Der Streckenposten wies uns an, schon mal zu Parken und dann zu Fuß am Ziel die Bordkarte abzugeben. Dann könnte man auch direkt Vorzeit erlauben. Leider haben wir dann am Ende hier einen Strafpunkt für zu spätes Eintreffen bekommen, das ist schon ärgerlich. Eine Re-Start-Zeit gab es auch nicht, die musste man sich durch eigenständiges Erfragen und Ausrechnen selber zusammenreimen. Dazu gab es unterschiedliche Aussagen der Posten, die tatsächlich auch keine Zeitliste für den Re-Start hatten. Hier gibt es noch Potenziale.

Wertung und Ergebnisse: 5 SZP und insgesamt 28 Kontrollen auf 185 km. Da musste man schon (fast) alle Stempel und Baumaffen mitnehmen, um vorne mit dabei zu sein. Die Baumaffen waren grundsätzlich gut lesbar, standen aber auch und insbesondere in Orten und waren nicht immer direkt erkennbar (2 davon im Ortskern von Iserlohn recht spät auf der Strecke, davon 1mal von einem parkenden Auto verdeckt). Was man anerkennen muss: inzwischen fahren verdammt viele Teilnehmer extrem gute Zeiten. Auch bei den Touristen. Schön, wenn dann ein „junges Team“ ganz vorne ist und den Gesamtsieg inkl. Leder-Rallye Brett für sich einfahren kann.

Auswertung und Siegerehrung: der Veranstalter hatte sich offenkundig vorgenommen, den großen Schwachpunkt des Vorjahres anzugehen und zu verbessern. Tatsächlich hingen die Ergebnisse sehr früh, wurden nicht 10mal korrigiert und auch die Siegerehrung konnte sehr pünktlich beginnen. Soweit so gut. Allerdings wurden Nachfragen und „Einsprüche“ zu Gunsten des Zeitfaktors eher rustikal behandelt. Wenn z.B. Eintragungen in der Bordkarte teilweise unleserlich geschrieben sind (aufgrund der schlechten Straßen), dann sollte man im Zweifel zu Gunsten der Teilnehmer entscheiden. Gerade wenn eindeutig (!) erkennbar ist, dass das Team die korrekte Strecke gefahren ist und nicht nachträglich korrigiert wurde.

Das Abendessen in der Mensa war gut und reichhaltig. Aber auch hier gilt: für 149 EUR sollten zumindest Wasser und Softgetränke inkludiert sein. Bitte mal in Oelde nachfragen, wie man sowas macht!

Fazit: Ablauf prinzipiell wie 2018, jedoch mit angeglichenem Niveau der Aufgabenstellungen in der touristischen Klasse. Schnelle Auswertung. Nach wie vor passiert aber auf 185 km zu wenig. Reduziert auf vielleicht 120 km und mit deutlich geringerem Nenngeld wäre der Gesamteindruck positiv(er).

Team 02

Schöne Bilder gibt es bei Dr. No.:

https://02er.blogspot.com/2019/06/35-hagen-klassik-2-mal-bmw-02-platz-2.html

Nachtrag: auch bei dieser Veranstaltung zeigte sich, dass der Abstand in der Aufgabenstellung zwischen Touristisch und Sportlich wieder zugenommen hat. Touristisch sehr einfach, es entscheidet sich über einige weniger Zeiten, sportlich hammer-schwer. Das Mittelmaß fehlt (uns zumindest). Dafür sollte es doch mal die tourensportliche Klasse geben?

01.06.2019 / Rund um Oelde / Oelde

Was in Köln zweimal stattfindet, ist Tradition. Was dreimal stattfindet, ist Brauchtum. Insofern kann unser zweiter Start in Oelde und unser insgesamt dritter Start zusammen überhaupt, gem. dem Kölschen Grundgesetz schon als traditionelle, wenn auch westfälische, Brauchtumsfahrt gelten.

Tradition ist ein gutes Stichwort, denn der Automobilsport hat in Oelde bzw. überhaupt dem östlichen Münsterland eine lange Tradition, seien es die Orientierungsfahrten der 60er und 70er Jahre oder auch die Rallye Münsterland in den 80er Jahren gewesen. Mitte der 90er Jahre stieß der Rallyesport dann an die Grenzen der gesellschaftlichen Akzeptanz und fand damit sein Ende. Wenige Jahre später begann dann die Wiederauferstehung als Oldtimer-Veranstaltung.
So gab es dieses Jahr bereits die 16. Oldtimer-Rallye „Rund um Oelde“.

01.06.2019 16. ADAC Oldtimer-Rallye Rund um Oelde
Veranstalter: MSC Oelde im ADAC e.V.
Team: André Behrensdorf / Frank Schäfer auf BMW 2002 ti

In unserer touristischen Klasse gab es erwartungsgemäß wieder eine einfache Streckenführung mittels durchgezogener roter Linien. Die Wertung erfolgte dann primär über die diversen Zeitprüfungen. Davon gab es dieses Mal insgesamt 9 Stück. Zwei WP´s wurden also sogenannte „30/60-Prüfungen“ durchgeführt, wo man zur vollen Minute oder zu vollen 30en Sekunde durch eine Lichtschranke fahren musste. Eigentlich nicht viel Neues, aber im Westfälischen noch nicht so bekannt. Trotz ausführlicher Erläuterungen standen einige Teams hier wohl etwas ratlos vor dem gelben/roten Schild…  Weiterhin gab es GLP in (teils imposanten) Gewerbegebieten sowie den Rundkurs bei der Fa. WBV mit 3 Durchgängen, der ebenfalls schon Brauchtumscharakter hat.

Besonders erwähnenswert: die überaus schöne Streckenführung bei ebenfalls bestem Hochsommerwetter durch das Münsterland, welches sich von einer ausgeprägt bergigen Seite zeigen durfte. Viele Stempelkontrollen. Auch die Anwohner waren durchweg sehr positiv gestimmt (kennt man aus anderen Gegenden auch anders) und winkten von an der Straße postierten Bierzeltgarnituren den Teams zu.

Der Start erfolgt in Oelde relativ spät (erstes Fahrzeug 10.01 h) und das bei ca. 115 Teilnehmern. Der erste Streckenabschnitt betrug ca. 3,5 Stunden, dann erfolgte die Mittagspause beim Kabelwerk KW64, einer Art Meilenwerk in Beelen. Hier konnte man selbst gemachten Kuchen in Industriekulturatmosphäre genießen. Allerdings war diese Kaffeepause mit ca. 1,5 Stunden sehr lang angesetzt. Immerhin folgte noch die „Nachmittagsetappe“ mit nochmals 100 Minuten Fahrzeit.

Weiterer Höhepunkt war, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, eine Zeitprüfung auf dem Hof Loermann, einer Art Versuchsstrecke für Landmaschinen der Fa. Claas. Die Strecke führt über einen Parcours mit eingebauten „Bergen“ und wellenförmig verdrehtem Straßenverlauf. Bei sportlichen Oldtimerveranstaltungen gab es hier zuvor schon spektakuläre Stunts. Diese blieben bei uns hier aus, gerade die Anstiegsfahrt „in den Himmel“ war aber schon ein wenig gruselig.

Bei den Fahraufträgen folgte eine kleine Abwechslung in Form einer Chinesenrallye auf dem Miele-Werksparkplatz in Lette. Klassischer Trick mit einer geänderten Reihenfolge. Zudem war die Idealstrecke auch noch als rote Linie eingezeichnet, was offenbar gut gemeint war vom Fahrtleiter, aber auch bei uns für Irritationen sorgte: Was war die Absicht? Es soll sogar Teams gegeben haben, die den kompletten Parkplatz verpasst haben… !

Zum krönenden Abschluss gab es dann den legendären Rundkurs auf dem Werksgelände von WBV. Mein Fahrer hat bei der 2. Lichtschranke dann so beherzt Gas gegeben, dass der Fahrersitz sich mit lautem knarzenden Geräusch löste und erst einmal nach hinten schoss (ich dachte schon, das Getriebe hätte sich verabschiedet). Die Beine reichten aber zum Glück auch so noch an die Pedale und wir konnten die Prüfung erfolgreich zu Ende fahren…

Auffallend waren die wirklich sehr vielen Teilnehmer mit BMW 02, so hatte man teilweise das Gefühl eines Clubtreffens. Muss wohl irgendwo ein Nest sein… ?

Nach sukzessiven Eintreffen im Ziellokal konnte man sich direkt, komplett ohne langes Warten, am Buffet und an der Theke stärken bzw. erfrischen. Nach einem schweissnassen Tag im Auto war das auch nötig. Die Verpflegung war wie im Vorjahr hervorragend und „All Inclusive“. Ähnlich wie im Vorjahr gab es aber auch heuer einige Verzögerungen bei der Auswertung, obwohl die Musterlösungen und GLP-Ergebnisse schnell laufend ausgehängt wurden. Mit einer Verlosung wurde die Wartezeit teilweise überbrückt. Aber der Start einer Siegerehrung nach 23 Uhr kann nicht wirklich überzeugen. Das blieb dann aber auch der einzige Wehrmutstropfen einer ansonsten rundherum gelungenen Veranstaltung.

Die Wertung kam dann tatsächlich primär über die Zeiten der 9 WP zustande, und hier hat sich unser Lichtschrankentraining im Frühjahr ggf. doch bezahlt gemacht. Trotz zum Teil fliegendem Fahrersitz und erstmaligem Einsatz neuer Technik (RTCH von Chr. Huber) konnten wir (für uns) sehr gute Zeiten einfahren, was mit einer entsprechenden Platzierung belohnt wurde.

Fazit: Sehr stimmungs- und stilvolle Veranstaltung mit landschaftlich schöner Streckenführung und anfängerfreundlicher Aufgabenstellung. Das bewährte Konzept wird jedes Jahr mit neuen Elementen aufgepeppt. Gutes Roadbook und transparente Auswertung (Aushänge), die jedoch reibungsloser und vor allem zeitnäher erfolgen könnte. Brauchtum will eben auch gepflegt werden!