11.08.2018 / 4. Historische Rallye Burg Altena / Altena

Erst zum vierten Mal wird die Burg-Rallye in Altena veranstaltet, ist aber „schon“ Teil des OWL-Cups und auch des ADAC Classic Revival Pokals. Etwas untypisch für die eher nördlichen Breitengrade ist die Ausrichtung der Veranstaltung: keinerlei Ori-Aufgaben, dafür wird versucht, das eher süddeutsche Lichtschranken-Massaker auch in NRW zu etablieren: Insgesamt ca. 230 KM Strecke an einem Tag mit insgesamt 12 Zeitprüfungen in den beiden Klassen. Tourensportlich belässt man es bei 12 Messungen (also 1 je Prüfung), in der sportlichen Klasse gibt es ingesamt jedoch satte 44 Zeitmessungen, d.h. je Prüfung im Schnitt 3,7 Lichtschranken…. Sowas haben wir mal bei der NAC-Rallye Süd in Nürnberg ausprobiert. Leider hat uns die empfohlene Rallye-App dabei etwas im Stich gelassen und einen „echten“ Schnitt-Computer wollten wir uns bisher auch nicht anschaffen. Also klare Wahl für die tourensportliche Variante in Altena.

Interessant: die Darstellung der Prüfungen mit Sollzeiten und Google-Maps Bildern ist schon ca. 14 Tage vor der Veranstaltung im Internet verfügbar. Auf den Überraschungsmoment wird demnach nicht gesetzt. Dafür gibt man den „Zeitfetischisten“ ausreichend Gelegenheit, zuhause vor der Veranstaltung schon mal mit den Veranstalterzeiten im eigenen Hof oder der Garage zu trainieren.

11.08.2018 4. Historische Rallye Burg Altena
Veranstalter: MSC Altena e.V. im ADAC
Team: Martina Schäfer / Frank Schäfer auf BMW 528i

Die Veranstaltung beginnt (optional) schon am Freitag abend. Eine Stunde lang kann man sich bei den Stadtwerken einschreiben und die Unterlagen im Empfang nehmen. Davon machen schon einige Teilnehmer Gebrauch. Danach ein erstes Highlight: Sektempfang mit Zwiebelkuchen auf der historischen Burg Altena. Sehr beeindruckend. Man konnte sogar mit dem Oldtimer direkt bis in den Burghof fahren, was wir uns allerdings nicht getraut haben. Sehr schöne Stimmung und ein freundlicher Empfang. Vom Balkon des Burg-Restaurants hat man einen Blick über die Stadt und das Lennetal. Vom Charakter der Veranstaltung zeugt das Grußwort zur Nacht „Gute Nacht und viel Erfolg beim Programmieren“…

Am Samstag, dem eigentlichen Rallyetag, geht es sehr früh los, Start erstes Fahrzeug 09.00 Uhr. Zum Frühstück sitzen die ersten Teilnehmer wohl schon gegen 07.00 Uhr in den Stadtwerken (wir nicht). Interessant, dass sich die ca. 65 Teilnehmer fast gleichmäßig auf die beiden Klassen -sportlich / tourensportlich – aufteilen. Keine Überraschungen bei den Aufgabenstellungen, die gab es ja schon vorher. Das Roadbook umfasst alle Etappen, und ist sehr klein in A5 gestaltet. Das kennt man in diesen Breitengraden auch eher weniger. Das Handling ist dadurch ganz gut, aber der Druck auch sehr klein und die Übersichtlichkeit leidet etwas. Zumal wir feststellen mussten, dass es doch viele Fehler im Roadbook gab, insbesondere falsche Distanzangaben. Aber auch fehlerhafte Chinesenzeichen waren dabei. Einiges davon wurde vorab im Roadbook schon manuell korrigiert, ein paar Hinweise gab es auch bei der Fahrerbesprechung. Aber es verblieben auch noch einige Fehler. Allerdings muss man auch sagen, dass wir uns kein einziges Mal verfahren haben. War also nicht soooo dramatisch, bzw. man konnte ein bisschen vor Ort interpolieren. Was man aber auch feststellen muss: nicht so erfahrene Teams können durch solche Fehler massiv verunsichert werden, denn gerade als Neuling geht man durchweg davon aus, dass das Roadbook stimmt und man selber was falsch macht.

Am Start direkt die erste 12 Sekunden-Prüfung und dann ging es mit den Zeitwertungen Schlag auf Schlag weiter. Der legendäre „Wix-Berg“ wartete, der nicht nur gerne im Sommer mal brennt, sondern auch für diverse Heiterkeitsmomente sorgte 🙂 Die hohe Anzahl der ZK und WP-Prüfungen im Laufe des Tages sorgte für Abwechslung, so dass man die „fehlenden“ Ori-Aufgaben ausnahmsweise mal nicht vermisste. Gerade am Vormittag führte die Strecke auch durch das Bergische mit vielen schmalen Tälern und historischen Industrieanlagen. Auch die Wertungsprüfungen waren durchaus besonders gestaltet. So gab es z.B. mehrere WP´s, die durch eine Halle führten, oder ein Slalom oder eine halbe Umrundung eines Baumes, etc.

Außerdem standen die Lichtschranken gerne mal schräg oder weit auseinander oder nicht gerade da, wo man sie vermutete (hinter einer Kurve, etc.). Allerdings – bei einer Veranstaltung, wo es „nur“ Zeitprüfungen gibt, ist das wohl auch zu erwarten. Ein weiterer Höhepunkt neben dem Slalom war die „echte“ Schnittprüfung, wo man konstant 30 km/h fahren musste, mit geheimer Schnittkontrolle.

   

Den Mittagssnack servierte die Freiwillige Feuerwehr und dann erfolgte der Re-Start zur Nachmittags-Etappe. Zu diesem Zeitpunkt hatte man schon 10 von 13 Prüfungen absolviert, war aber erst ca. die Hälfte der Strecke gefahren… den Rest des Tages ging es durch das Hoch-Sauerland bis nach Arnsberg. Viele Ortsnamen erinnerten hier an verschiedene Etappen der Arnsberger Klassik oder legendärer Club-Ausfahrten. Für Insider: Ich sag nur „Hövel“ und „Wettmarsen“.  Es gab auch mindestens zwei sehr lange Berg-Überfahrten, wo man es mal so richtig krachen lassen konnte. Insgesamt zog sich der Nachmittag aber ein bisschen in die Länge, weil es einfach nicht mehr so viele Prüfungen gab. Für die Kaffeepause hatte die Firma SKS ihre Tore buchstäblich geöffnet und die Prüfung vorher führte noch einmal durch eine Werkshalle.

Nach der Ziel-ZK, wiederum bei den Altenaer Stadtwerken, erfolgte noch die Fahrzeugvorstellung auf dem roten Teppich am neu gestalteten Lenne-Kai. Inklusive Roter Rosen und Sektempfang! Danach und für den Rest des Abends ging es in die Burg Botzlar, einer Art Bürgerhaus, in dem der AC Altena aber mal so richtig aufgefahren hatte. Grill und Bierstand, ok, aber auch eine club-eigene Cocktailbar und ein sagenhaftes, selbst erstelltes Buffet. Sowas ist wirklich einzigartig.

Bei bestem Rallye-Wetter konnte man sich so die Zeit bis zu den Aushängen und der Siegerehrung vertreiben… und vertreiben… und vertreiben.

Denn hier kam es einmal mehr zu den von anderen Veranstaltungen schon bekannten Unstimmigkeiten, Nachfragen, Diskussionen und ggf. auch Korrekturen.  Die einzelnen Zeiten hingen zwar früh, aber die Ergebnisliste erst gegen 22 Uhr und die Siegerehrung begann erst um ca. 23 Uhr und verlief auch recht chaotisch.  Zum Teil hatte nicht nur das Publikum den Überblick verloren, wer jetzt gerade in welcher Klasse wofür welchen Sonderpreis bekommt. War durchaus unterhaltsam mit beinahe „Slapstick-Qualität“, aber nüchtern betrachtet war das natürlich ein bisschen schade…  Gerade wenn man einen offiziellen „Zettel“ nutzt, und eine Frage bzw. Bitte zur Klärung einreicht, möchte man doch auch eine Rückmeldung bekommen. Aufgrund der Hektik und Unübersichtlichkeit kann man als Teilnehmer am Abend selber sein Ergebnis kaum wirklich nachvollziehen. Aber ok, am Ende hat es dann u.a dank der Streichregel noch zu einer absolut respektablen Platzierung gereicht. Im Nachgang zur Veranstaltung gingen Unklarheiten, Diskussionen und auch Korrekturen dann weiter. Zum einen war das Streichergebnis in der Auswertung nicht berücksichtigt worden, zum anderen erfolgte die Klasseneinteilung und damit Auswertung nicht vollständig dem Reglement des ADAC OWL-Cup, so dass auch da noch Umrechnungen erfolgen mussten. Das ist doch sehr schade und eigentlich auch unnötig bei einer ansonsten so schönen Veranstaltung!!

Fazit: Schöne und stilvolle Veranstaltung für (reine) Zeitfahrer mit besonderem Rahmenprogramm und Flair, coolen Locations für die Prüfungen und einem insgesamt sehr hohen Unterhaltungswert.  Schwächen im Ablauf und vor allem bei der Auswertung und Veröffentlichung der Ergebnisse sollten eigentlich in den Griff zu kriegen sein, insofern Teilnahme-Empfehlung für die Folgejahre – nicht nur für Club-Präsidenten der Morgan-Fahrer 🙂

Hier ein Bericht aus 2017 von der Ecurie Aix-la-Chapelle e. V.
http://www.ecurie-aachen.de/berichte/188-historische-rallye-burg-altena-12-08-2017

Bilder: Frank Schäfer, Photo Service Digital Dortmund

08.07.2018 / Schumann Classic Day / Dortmund

Im Juli machen die Oldtimer-Rallyes weitgehend Pause – Urlaubszeit. Da darf es zur Abwechslung auch mal ein Treffen sein. Die Firma Schumann veranstaltet ihren „Classic Day“ seit 2013. Oldtimer- und Youngtimer-Treffen im Ruhrgebiet gibt es ja sehr viele, nicht allen geht es gut. Dieses hier möchte auch mit dem Charme der Route Industriekultur punkten und findet im oder am alten Stahlwerk Phoenix-West statt.

Das Besondere an dieser Veranstaltung ist, neben dem gutem Wetter, enorm viel Publikum und eine  Vorstellung einiger ausgewählter Fahrzeuge auf einer Rampe vor einer kleinen Tribüne mit Zuschauern. Der Sprecher ist sehr sachkundig und es werden sehr unterschiedliche Objekte der Altblechkultur vorgestellt.

Überhaupt ist das Teilnehmer- und Besucherfeld hier sehr gemischt und abwechslungsreich. Vom Lanz Traktor aus 1940 über Kübelwagen und Vorkriegs- Rolls Royce bis zum BMW 840i… alles dabei .Dazu etliche sehr seltene Fahrzeuge, nicht die üblichen Verdächtigen, sondern eher Alltagsklassiker von damals, heute total selten. Ford Granada oder Taunus Tunier, Passat 32b oder auch ein DeLorean. Viele dieser Fahrzeuge sind in top Zustand, echte Scheunenfunde oder mit vielen historischen Devotionalien dekoriert.  Weiterhin gibt es auch Motorräder, Nutzfahrzeuge, Busse und sogar Hot Rod-Nutzfahrzeuge habe ich entdeckt… Man merkt die Liebe, die dahinter steckt!!!

Liebe geht auch durch den Magen, dafür stehen bei der Schumann Classic ein paar Food Trucks bereit. Ich kann nur die Burger von Du&Ich empfehlen. Göttlich. Dafür alleine würde die Fahrt schon lohnen! 🙂

http://www.duich.ruhr/

https://www.waz.de/staedte/essen/junge-gastronomen-betreiben-pop-up-restaurant-in-essen-id213418931.html

Drumherum gibt es dann noch einige Hersteller und Anbieter von Oldtimer-relevanten Dienstleistungen.. auch nicht schlecht, da kann man mal kucken, was es so an Werkstätten etc. gibt – oder sich auch für das kommende Weihnachtsgeschenk inspirieren lassen. Möbel aus Ölfässern im klassischen Racing-Look überzeugen jede Ehefrau 🙂

Am Ende konnten wir auch noch an der Präsentation teilnehmen. Klasse.

Einziger Kritikpunkt: wenig Schatten, und die Lage könnte man noch optimieren, der Hochofen ist zwar im Hintergrund immer präsent, aber das Ambiente am alten Standort des Oldtimertreffen Ruhr (Kokerei Zollverein) oder in Herten ist doch noch stimmiger.

 

 

30.06.2018 / 14. Hasten Historic “Rund um das Werkzeugmuseum “ / Remscheid

Legendäre Orientierungsfahrt im (bergischen) Land der Kamele.

Die Hasten Historic in Remscheid nennt sich Oldtimer-Ausfahrt, ist aber eine relativ klassische Orientierungsfahrt mit trickreichen Chinesen- und insbesondere Kartenaufgaben. Da der ACBL weder dem ADAC angeschlossen ist,  noch an irgendeinem Cup oder z.B. einer Ori-Serie teilnimmt, ist man auch bei der Ausgestaltung der Regeln sehr frei. Den besonderen Charakter dieser Verstaltung macht die Streckenführung im Bergischen Land, das sehr gemischte Teilnehmerfeld sowie die sehr speziellen Ori-Aufgaben aus. Gerade der geschickte Einbau von Negativkontrollen mit Chinesen aber auch besetzten DKs, die negativ sind, wird hier perfektioniert. Je Veranstaltung gibt es immer mindestens eine dieser Negativ-DK, wo man  – auch das eine Besonderheit – einen Kamelstempel bekommt, der einem sofort zeigt: das war ein Fehler. Die Streckenposten haben an diesen Stellen auch immer viel Spass beim Stempeln 🙂

30.06.2018 Hasten Historic – 14. Oldtimer Ausfahrt „Rund um das Werkzeugmuseum“
Veranstalter:  Automobilclub Bergisch-Land e.V.
Team: Jörg Hofmann / Frank Schäfer auf Volkswagen Golf 1 GTI „Pirelli“

Start der 14. Hasten Historic war wieder auf dem Firmengelände von CA Picard im Morsbachtal, wo es in der Kantine auch das Frühstück gibt. Insgesamt 83 Starter hatten sich gemeldet, davon jeweils ca. die Hälfte in der touristischen und der tourensportlichen Klasse.  Insbesondere die „einfacheren“ Klassen wie Wandern, Ausfahrt, etc. sind ja derzeit recht beliebt. Die Tourensportliche Klasse macht aber den eigentlichen Markenkern der HH aus. Start erstes Fahrzeug um 09:01 Uhr und das Roadbook bekommt man auch erst direkt am Start. Wir waren um 09:45 Uhr dran und danach ging es erst einmal zum Halt auf den nächsten Parkplatz um das Kartenmaterial zu studieren. Das Regelment der HH ist recht einfach gehalten: alles erlaubt, was nicht ausdrücklich verboten ist, d.h. auch kein Einbahnstrassensystem, Kreuzen erlaubt, gegen Pfeile fahren geht, etc. – Punkte gibt es sehr viele, diese können auch nach Natur angefahren und verlassen werden.

Direkt im ersten Fahrauftrag gab es bereits zwei dieser kleinen und kleinsten Punkte neben der Strecke zu finden. Dieses Jahr waren die Punkte besonders klein –  ohne Lesebrille und Lupe geht hier gar nichts. Geht das so weiter, braucht man bald ein Mikroskop 🙂  Danach dann eine Schleife durch den Remscheider-Stadtteil „Hasten“ mit dem Werkzeugmuseum. Das ist hier auch Tradition.

Im weiteren Verlauf wurde dieses Jahr, bei schönstem Oldtimerwetter, eine wunderschöne Streckenführung geboten. Im Umfeld der Städte dominiert eher Industriekultur (das Bergische Land wurde sehr früh industrialisiert, davon zeugen noch viele alte Gebäude  und Flurbezeichnungen wie Kleinenhammer, Steffenshammer, Stollen, Mühle, etc.) und weiter draussen gibt es im Bergischen dann fast alpinen Charakter (lustige Ortsnamen inklusive: Vorderhufe, Hinterhufe, Lammfuß, Krähenbach, Ente, Rattenberg – ziemlich tierisch…) . Hier wird auch dem Fahrer einiges geboten!

Dies gilt auch für die Ori-Aufgaben, u.a. dieses Mal mit dabei:

  • diverse kleine rote Punkte neben der Strecke, oder sogar auf einer Brücke „über der Strecke“
  • Wendekontrolle
  • Überlappungen in der Karte
  • Überlappung zwischen Chinese und Karte
  • Mehrfach-Umfahrung von Kreisverkehren
  • ein langes Chinesenlabyrinth mit diversen DKs

Nicht zu vergessen, die Kamelprüfung, in die wir auch dieses Mal natürlich reingefallen sind. Auf dem Parkplatz des Freibades Dhünn stand gut sichtbar eine DK und der Parkplatz musste auch angefahren werden. Allerdings stand die DK 60 Meter von der Einfahrt entfernt. Nach Fahrauftrag musste man aber nach 30 Meter schon wenden. Tja, wer lesen kann, ist im Vorteil. Das ist so besonders, man rechnet einfach nicht damit, auch wenn man ja eigentlich weis, das sowas kamelmäßiges kommen kann….

   

Zieleinfahrt und Siegerehrung sind nach 1-jähriger Pause wieder im AlleeCenter in Remscheid. Dort hat man mittels Essensgutschein die Möglichkeit, eines der diversen gastronomischen Angebote zu nutzen. Also weder Landgasthof noch Autohändler. Mal was anderes und durchaus gut gelöst.

    

Siegerehrung gibt es pünktlich gegen 19 Uhr.  Da wir noch nicht damit gerechnet hatten und noch mit einem Glas Wein unterwegs waren, hatten wir den Aushang nicht gesehen und warteten gespannt auf die mündlich vorgetragenen Platzierungen. Abgesehen von den Zeitprüfungen  und dem „Kamel“ waren wir doch recht stolz, die diversen Fallen und Punkte gesehen zu haben, also ein gutes Gefühl. Es kam, wie es kommen musste. Alte Beifahrerregel: Gutes Gefühl – schlechtes Ergebnis und vice versa! Das sollte vielleicht mal psychologisch untersucht werden 🙂 Also, keine Platzierung unter den TOP4  in der Klasse… nothing. Da waren wir dann doch ein wenig enttäuscht und machten uns auf den Heimweg. Im Nachgang konnte mir der Fahrtleiter per Email unsere Fehler erläutern, ein toller Service. Neben dem Kamelinkasso hatten wir noch einmal kürzeste Strecke nicht gesehen und zweimal die durchaus erkannte Überlappung falsch umgesetzt. Hier zeigt sich die Besonderheit der Regel „Interpretieren Sie die drei Abbildungen als eine Karte“. Da ist dann ggf. ein anderer roter Strich oder Punkt näher dran – denn die Striche waren nicht nummeriert und Gegenläufigkeit auch erlaubt. Chapeau. Trickreiche Ori, umgesetzt mit wenigen Grundregeln und alles sauber und wasserdicht.

    

Fazit: Einzigartige Veranstaltung mit besonderem Ori-Charakter und sehr schönem Streckenverlauf. Wer TS-Klasse wählt sollte etwas (mehr) Ori-Erfahrung mitbringen, aufgrund der schönen Strecke sind Anfänger in der T-Klasse aber wohl auch gut aufgehoben. Sehr schnelle Auswertung und Siegerehrung und gute „Nachbetreuung“ durch den Fahrtleiter im Nachgang der Veranstaltung! Wir sind gerne wieder dabei!

http://hasten-historic.acbl.de/news/14-hastenhistoric-30062018

Hier noch ein Bericht vom MSC Dülken:
https://www.mscduelken.de/berichte-2018/hasten-historic/

 

24.06.2018 / 22. Lippische Berglandfahrt Historic / Lemgo

Der Automobilclub Lemgo und die Lippische Bergfahrt haben eine lange Tradition. Tatsächlich gibt es den Verein schon seit knapp 90 Jahren und die erste Oldtimerfahrt wurde bereits 1979 (!!!) veranstaltet. Damit war man damals der Zeit wohl definitiv weit voraus.

24.06.2018 22 Lippische ADAC Bergland-Fahrt „Historic“
Veranstalter: AC Lemgo im ADAC e.V.
Team: Martina Schäfer / Frank Schäfer auf BMW 528i

Nachdem die Werkstatt den BMW nun endlich fertig bekommen hatte, konnte die Anreise nach Lemgo am frühen Sonntag morgen beginnen. Da wir bekannter Maßen nicht so die Frühaufsteher sind, ist ein Start 1. Fahrzeug um 10 Uhr für uns sehr angenehm. Sehr angenehm ist auch das Startlokal, das Hotel/Restaurant „Im Borke“ in Lemgo-Kirchheide. Hier gab es bei Ankunft und nach Ausgabe der Unterlagen erst mal ein sehr gutes Frühstücksbuffet. Viele bekannte Gesichter, diese Oldtimerfahrt hat Tradition und wir waren in der Klasse 10 mit vielen Mitstreitern aus dem OWL-Cup sowie dem Classic Revival Pokal sozusagen in der „Todesklasse“ genannt 🙂

Die Aufgabenstellung besteht zu 100% aus Kartenaufgaben mit eher leichter Orientierung sowie diversen Zeitprüfungen. Ähnlich wie bei anderen Veranstaltungen diesen Kalibers muss man  alle Ori-Aufgaben korrekt gelöst haben, um einen Blumenpott, pardon, Pokal, gewinnen zu können.

Diese Rallye trägt ihren Namen absolut zur Recht: Bergland-Fahrt. Eine wirklich tolle Strecke mit vielen Bergpassagen auf kleinen Strassen, die dem Fahrer Spass machen. Landschaftlich auch einmalig durch den Teutoburger Wald und bis ins benachbarte Weserbergland. Leider hat das Wetter nicht ganz mitgespielt, aber dennoch gab es auch viele spektakuläre Ausblicke über einen sehr schönen Teil Deutschlands… Dazu ein Strassenzustand, der ausnahmsweise mal als durchweg „gut“ zu bezeichnen war.

Es gab insgesamt 6 Zeitprüfungen, davon zwei sogenannte Nullzeitprüfungen. Hier musste man exakt zur vollen Minute oder zur dreissigsten Sekunde durch eine Lichtschranke fahren. Diese Art der Zeitprüfungen wird bei Veranstaltungen seit 2-3 Jahren immer beliebter, war hier in Lemgo aber vorher noch nicht anzutreffen. Einige Teilnehmer sollen auch etwas überrascht gewesen sein…

Die Strecke führte über Dörentrup, Barntrup und Lüdge fast an Bad Pyrmont vorbei und leitete einen zur Mittagspause am Schiedersee. Auch das eine tolle Location, leider war das Wetter nicht ganz so ideal für den Sandstrand am Ufer.

       

Gestärkt mit einer gehaltvollen (!) Gulaschsuppe ging es dann weiter, u.a. durch die historische Altstadt von Blomberg. Auch das zeichnet diese Fahrt aus: tolle Landschaft und Natur, aber auch schöne Ortsdurchfahren mit alten Fachwerkhäusern, etc.  – Hinter Blomberg dann eine Nullzeitprüfung der gemeineren Art. Die Lichtschranke stand direkt hinter einen steilen Auffahrt weniger Meter hinter dem gelben Schild. Hier war nicht nur Zeitgefühl, sondern auch geschickter Umgang mit Gas und Kupplung gefragt!!!

    

Nach der letzten GLP in einem Gewerbegebiet vor Lemgo (die entscheidenden Meter auf Schotter…) konnte man noch einmal im „Oldtimer Park Lemgo“ bei Kaffee und Kuchen verschnaufen. Zum Finale ging es dann in die historische Altstadt zum Strohsemmelfest. Hier gab es noch eine Fahrzeugvorstellung mit wirklich sehr viel Publikum, trotz dem inzwischen recht hartnäckigen Regen.  Traditionell schliesst die Rallye mit einem Besuch im Abteigarten und man kann einen der vielen Stände besuchen und den ein oder anderen Wein trinken.

Kommt man dann zurück ins Lokal „Zum Borke“ hängen sogar schon die Zeit-Ergebnisse so gegen 17 Uhr. Das ist tatsächlich Benchmark 🙂 Gleiches gilt für das üppige Grill-Buffet, welches der Chef vom Lokal als Ober-Grillmeister persönlich leitet. Auch die Siegerehrung erfolgt sehr pünktlich und mit hohem Unterhaltungswert….  Wie oben schon geschrieben, fiel die Entscheidung nicht auf der Strecke, sondern bei den Zeitwertungen…  bei uns 4 davon sehr gut, 2 eher mau, das reichte insgesamt für Platz 2 in der Klasse und Platz 5 gesamt bei den Touristen. Ich werde den Verdacht nicht los, dass die beiden weniger guten Zeiten irgendwie mit den Veranstalter-Uhren zusammen hingen. Mit diesen Zeigern komme ich nicht so gut klar….

Eigentlich findet die Lippische Bergfahrt „nur“ alle zwei Jahre statt, das wäre also erst wieder 2020 der Fall. Aufgrund des doppelten Jubiläums im nächsten Jahr, so hörten wir, gibt es aber vielleicht schon 2019 ein Wiedersehen!

Fazit: Rundherum gelungene Veranstaltung. Landschaftlich herausragende Strecken und schöne Ortsdurchfahrten. Sehr gute Organisation und top-Verpflegung. Auswertung ohne Interpretationsspielräume und sonstigen Diskussionsbedarf 🙂 wir kommen gerne wieder!

09.06.2018 / 3. Internationale ADAC Classic Rallye / Ahaus

Die Classic Rallye in Ahaus wird erst seit 2016 veranstaltet, dieses Jahr also zum dritten Mal. Gemäß dem Kölschen Grundgesetz ist das also schon eine Tradition. Tatsächlich trifft man hier sehr viele bekannte Namen und Gesichter aus der Szene, nicht zuletzt, da diese Veranstaltung sowohl für den Classic Revival Pokal als auch den Oldtimer Cup Westfalen-Lippe gewertet wird.

09.06.2018 3. Int. ADAC Classic Rallye Ahaus
Veranstalter: Automobil Club Ahaus im ADAC e.V.
Team: Martina Schäfer / Frank Schäfer auf Volkswagen Golf 1 GTI

Eigentlich wollten wir dieses Mal nicht mit dem GTI starten, aber leider ist die Werkstatt beim BMW nicht rechtzeitig (und wie besprochen) fertig geworden. So musste er doch noch einmal „ran“.

In Ahaus fängt der Rallyetag sehr entspannt erst relativ spät an, Start erstes Fahrzeug 10.31 Uhr. Die Aufstellung der Fahrzeuge ist im schönen historischen Barockschloss und der Start erfolgt dann durch die Innenstadt mit Fahrzeugvorstellung und der ersten 8-Sekunden-GLP. Bei vielen Veranstaltungen ist dann erst einmal eine Zeitlang „Einfahren“ angesagt ohne viel tun zu müssen. Anders an diesem Tag: direkt in Ahaus ging es in ein Gewerbegebiet mit dem üblichen Getümmel aus unübersichtlichen Strassen und Einfahrten. Und hier waren auch schon die ersten Baumaffen platziert. Weiter per Chinesenzeichen zur ersten Kartenaufgabe, die den Rest des Tages dominieren sollten, durch 4 Kreisverkehre, wo die inzwischen recht bekannte Variante mit den offenen und geschlossenen Darstellungen gespielt wurde. Nicht schlecht für den Einstieg, offenbar hatte der Fahrtleiter ggü dem Vorjahr das Niveau etwas angezogen. Die Kartenaufgaben führten durch das schöne westliche Münsterland durch Epe, Ochtrup und Metelen nach Schöppingen. Hierbei war die Orientierung auf den kleinen und kleinsten landwirtschaftlichen Strassen nicht immer ganz einfach. Auch war der Streckenverlauf durch einige kleine Fallen gewürzt: eine Überlappung, kleine Ecken, eine retuschierte Stelle und einmal war der Baumaffe sogar hinter einem Briefkasten „versteckt“. Sehr schön gemacht!

Die Aufgabenstellung war aber immer sehr sauber und fair, ohne z.B. Gegenläufigkeitsorgien oder Interpretationsbedarf, was der Fahrtleiter denn nun will. Andererseits war die Zeit (trotz 30er Schnitt) zumindest für uns recht knapp bemessen, so dass man auch zügig fahren musste. Dies kann daran gelegen haben, dass die GLP innerhalb der Zeitabschnitte lagen und somit dortige Verzögerungen direkt zu Lasten der Gesamtzeit gingen. 2 lange GLP gab es auf dem Schöppinger Berg, wo noch bis tief in die 80er Jahre hinein echte Bestzeit-Rallyes ausgetragen wurden. Klasse gemacht, auch mit einer Ziel-Lichtschranke hinter einer Ecke.

Die Mittagspause mal wieder in einem Autohaus, aber einem der besonderen Art. Voss in Rosendahl-Darfeld beherbergt so etwas wie ein privates Automuseum mit vielen Old- und Youngtimern sowie ganz vielen speziellen Devotionalien.

Auf der etwas kürzeren Nachmittagsetappe ging es noch einmal über den Schöppinger Berg zurück nach Ahaus. Ähnlich wie vormittags zum Beginn wurde zum Schluss in einem Gewerbegebiet die Aufmerksamkeit getestet. Und es lauerten noch einmal 3 Baumaffen darauf, übersehen zu werden.

Das Abendessen gab es im neuen Bürgerhaus „Planquadrat“ und auch die Aushänge waren schon ab ca. 17 Uhr vorhanden. Alles sehr unaufgeregt, transparent und professionell gemacht.  Ähnlich wie bei anderen Veranstaltungen dieser Niveauklasse musste man in Ahaus alle Ori-Aufgaben fehlerfrei gelöst haben, um sich einen vorderen Rang zu sichern. Sieben von insgesamt 52 in der Gruppe B gemeldeten Startern ist dies gelungen. Und dann kommt es immer auf die Zeiten an! 5 GLP waren zu fahren, das macht das Ganze dann noch etwas spannend.  Am Ende konnten wir uns mit ca. 0,2 Sekunden vom zweitplatzierten Team absetzen und so nach langer Zeit mal wieder einen Klassen- und Gesamtsieg einfahren.  Es ist, wie schon so oft beschrieben: jede Veranstaltung hat ihre indivduelle Note, und die muss einem auch liegen. So wie Ahaus.

Fazit: Sehr sympathische, professionell gemachte Veranstaltung auf landschaftlich reizvollen Strecken. Guter Mix aus Ori- und GLP-Aufgaben. Schönes Ambiente am Schloss, sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Sehr empfehlenswert!

P.S. Siegerehrung um 19.45 Uhr!!! Wo gibt es das sonst noch?  🙂

https://www.ac-ahaus.de/news-leser/id-3-adac-classic-rallye.html

Zeitungsartikel:

https://www.muensterlandzeitung.de/Staedte/Ahaus/Classic-Rallye-sorgt-fuer-Aufsehen-1293490.html