25.08.2019 / 13. Siegerland Classic / Wilnsdorf

Die Siegerland Classic ist eine sehr professionell organisierte Old- und Yountimer-Rallye. Das Niveau in der sportliche Klasse ist hoch. Neben ca. 10 Zeitprüfungen mit gehobenem Anspruch (normale Sollzeit, echte GLP, Mehrfach-WP, Zufalls-WP, …) kommen auch die Freunde der Ori-Aufgaben nicht zu kurz, die es ebenfalls in sich haben! Etwas Besonderes ist auch der Start an einer Autobahnraststätte, also dem Maxi-Autohof in Wilnsdorf. Dieser übernimmt auch das abendliche Catering in Burbach. Dazwischen geht es ca. 170 KM über schöne Strecken im Siegerland und Westerwald.
Diese Veranstaltung ist „autonom“, gehört also zu keiner Cup-Wertung. Daher kann man hier auch mal die sportliche Kategorie fahren, ganz einfach, um auch die ganzen interessanten Aufgaben mitzunehmen.

Auszug aus der Starterliste. Ein sehr starkes Starterfeld!

https://amc-burbach.de/nachrichten/das-programmheft-zur-siegerland-classic-ist-online-776.html

25.08.2019 13. Siegerland Classic Oldtimerrallye
Veranstalter: AMC Hellertal Burbach Neunkirchen
Team: André Behrensdorf / Frank Schäfer auf BMW 2002 ti geplant, tatsächlich dann auf Porsche 944 S2

Die Siegerland Classic zeichnet sich durch eine einzigartige Mischung aus anspruchsvollen Ori- und Zeitaufgaben aus. Hier sollte man in beiden Metiers „gut drauf sein“, damit man sich entsprechend platziert. Nach relativ erfolgreichen Teilnahmen 2015, 2016 und 2017 ging es nach einem Jahr Pause wieder an den Start. Allerdings in neuer Teamkombination. Was auch zu berücksichtigen war: auch die Fahrtleitung hat sich seit 2018 geändert. Die Gesamtsiegerin sportlich aus 2017, Nicole Jentsch, ist seitdem für die Aufgabenstellung verantwortlich. Und diese hatte es wahrlich in sich. War die Siegerland Classic bisher schon anspruchsvoll, so wurde unter neuer Leitung das Niveau weiter angehoben. Besondere Spezialität 2019: eine mehr oder weniger fiese Kombination von „kürzeste Strecke“ mit „keine Einbahnstrassenregelung“. Hier ging es zum Teil um Milimeter auf der Karte. Auch gab es Veranstaltermarkierungen, die die Strecke unterbrachen oder sonstwie retuschierte Kartendarstellung. Immer schon in Burbach beliebt sind Sackgassen und Wendehämmer. Auch bei den Zeitprüfungen gab es wenig „Normales“. Hier wurden als Spezialität mehrere GLP geboten, bei denen die Sollzeit unbekannt war. Auch in Kombination mit normalen Sollzeitprüfungen.

Sehr fair hingegen war die Gestaltung der ZK, man hatte immer ausreichend Vorzeit..

Besonderes Schmankerl war die Schlüsselfrage. Was ist der Alptraum des Rallyeteilnehmers kurz bevor dem Start? Technischer Defekt? Kein Benzin mehr? Ja, das mag sein. Besser aber noch ist: der Beifahrer versucht, den Kofferraum zu öffnen und bricht dabei den Zündschlüssel ab. Kein Scherz. Der Alptraum wurde Realität.
Was nun? Zum Glück gab es keine Schreierei und mit Scheidung konnte auch nicht gedroht werden . Aufgrund einer ominösen Vorahnung war ein zweites ausschreibungskonformes Gefährt verfügbar und der Veranstalter zeigte sich extrem flexibel. So standen wir zwar gegen 8 Uhr morgens schon knietief im Schweiss, konnten aber pünktlich um 9:42 Uhr mit aller Ausrüstung im Ersatzwagen starten!

Auch unterwegs gab es schöne Momente mit Slapstickcharakter. Hier ein Auszug aus der Kommunikation im Cockpit:
Beifahrer: Kilometierung stimmt nicht.
Beifahrer: Kreuzung rechts, Kilometierung passt nicht.
Beifahrer: Kilometrierung stimmt schon wieder nicht. Komisch
Fahrer: Müssen wir uns nachher mal beschweren.
Beifahrer: Schon wieder … mhm… geht der Tripmaster denn richtig?
Beifahrer: … ??? What the F***? irgendwas stimmt mit dem Gerät nicht…
Fahrer: ….*?!*
Beifahrer: Oh, ich habe auf dem Fusstaster gesessen….!
Fahrer und Beifahrer: Muahahahahahahaha 🙂

Und noch eine Besonderheit bei so einer sportlichen Fahrt: Es kommt bei den Zeitprüfungen nicht nur auf die Zeiten an, sondern auch darauf, innerhalb der Wertungsprüfungen überhaupt die richtige Strecke zu finden. Bei WP 3 ist uns das leider nicht so ganz geglückt. Der unnötige Abstecher auf ein Firmengelände brachte uns die maximale Strafzeit ein… Buuuah.

Bis zum unmittelbaren Ende der Fahrt waren Fallen über Fallen im Roadbook versteckt. Die neue Fahrtleiterin hat hier wirklich alle Register gezogen. Ob das so angemessen ist, muss jeder selber beurteilen, es gab auch kritische Stimmen. Der Mix aus Ori und Zeitprüfungen war super, aber noch mehr Anspruch wird Teilnehmer eher vergraulen.

Fast konkurrenzlos schön war das Rahmenprogramm. Besonders hervorzuheben: die Mittagspause im Kloster Marienthal mit einem wunderschönen Ambiente und einem tollen Catering: hier könnten sich viele andere Veranstalter eine Scheibe (Spiessbraten) abschneiden.

Die Siegerland Classic geht auch im Bereich Social Media neue Wege und überträgt Abschnitte live im Fratzenbuch. Hier wäre es schön, wenn nicht so ein Spetzl-Eindruck entstehen würde… mia san mia sagt der Bayer und bleibt gerne unter sich. Bei einer Oldtimerrallye sollten vielleicht auch weniger prominente (?) Teilnehmer berücksichtigt werden. Und es ist nicht „schade“, wenn dreimalige Gesamtsieger nicht noch den vierten Gesamtsieg holen. Im Gegenteil: Konkurrenz belebt das Geschäft und steigert die Attraktivität einer Rallye.

Da die Rallye an einem Sonntag stattfindet, setzt der Veranstalter bei Ergebnissen, Aushang und Siegerehrung auf Zeit und Effizienz. Damit gibt es schon gegen 18.30 Uhr die Siegerehrung. Allerdings ohne vorherigen Aushang. Fragen sind somit nicht zu klären. Auch die Pokale passen nicht ganz zum sonstigen hohen Niveau, hier gerne mal Tipps in Altena einholen…

Fazit: Tolle Veranstaltung auf insgesamt sehr hohem Niveau. Es bleiben kaum Wünsche offen, aber die Fahrtleitung sollte im Hinblick auf den Schwierigkeitsgrad nicht „überdrehen“.

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