02.02.2019 / NAC Winter Ori / Duisburg

Erste Veranstaltung im neuen Jahr ist wieder die Winter Ori des NAC Duisburg. Rallyefahrzeug ist auch traditionell DO-SE 10, allerdings ist DOSE kein Ford Mondeo mehr, sondern mutierte zum Passat Variant 35i. Leider zeigte dann das „Rallyefahrzeug“ im Vorfeld der Veranstaltung leichte technische Schwächen. Daher und auch wegen dem Wetter sind wir dann kurzfristig doch auf ein moderneres Fahrzeug umgestiegen.

02.02.2019 35. NAC Winter-Ori Veranstalter: NAC Duisburg
Team: Jörg Hofmann  / Frank Schäfer auf Audi A4 Avant

Dies war eine gute Wahl, denn endlich einmal machte der Name Winter Ori auch wirklich Sinn. War es tagsüber noch eher nass-kalt mit Regen, nahm dann der Schneefall im Laufe der Fahrt immer mehr zu und am Ende war es wirklich sehr dunkel, mit Schneetreiben und der Schnee blieb bei Temperaturen kurz über dem Gefrierpunkt auch etwas liegen. Die Streckenposten hatten sich laut Selbstauskunft z.T. mit Bundeswehrunterwäsche ausgerüstet. Die mussten ja auch stundenlang auf Parkplätzen ausharren und schön fleißig die Bordkarten stempeln.

Vom StellwerkHOF nahe der Duisburger Eisenbahnsiedlung ging es dieses Mal wieder in Richtung Norden: Kapellen, Neukirchen, Kamp-Lindfort, Rheinberg, Budberg und zurück über Repelen, Genend, Moers wieder nach Duisburg.

Die Klasse N war dieses Jahr erkennbar „einfacher“ gestaltet als im Vorjahr, dies zeigte sich insbesondere auch an den viel besser lesbaren Karten, die durchgehend farbig waren. Lesebrille und Lupe waren aber trotzdem angesagt. Der Fahrerbrief war kurz gefasst und im Prinzip galt eigentlich „nur“ das reine Reglement der „West OM“. D.h. kein Einbahnstrassensystem, gegen Pfeile fahren ist erlaubt, Kreuzen ist erlaubt, etc. Allerdings gibt es auch so noch Feinheiten zu beachten, z.B. die Bestimmung: „Nicht in der Karte eingezeichnete Kreisverkehre dürfen nach Natur befahren werden, es gilt das Kartenbild. Diese dürfen jedoch nicht zum Wenden genutzt werden.“. In Duisburg wird weniger mit ausufernden Bestimmungen im Fahrerbrief gearbeitet, dafür mehr mit Kartenfehlern und alten Karten. Dieses Jahr, so ergab die Fahrerbesprechung, musste man auch mit der Einfahrt in Sackgassen rechnen. Die Fahrtstrecke war in der Klasse N mit ca. 105 KM sicherlich keine „Ori75“ mehr. Allerdings hatten die Auflagen der Behörden für eine Verlängerung der Strecke gesorgt. Die Karenzzeit wurde daher auf 120 Minuten verlängert.

Direkt mit Aufgabe 1 ging es schon recht kniffelig los. Mehrere Kartenteile mussten zusammen interpretiert und gelöst werden. Ein Kreisverkehr wurde so 3mal durchfahren…

Auf einer uns schon aus den Vorjahren bekannten Strecke ging es am Elfrather See und durch einen Golfclub Richtung Norden. Man musste durchaus aufpassen, aber echte Fallen gab es erstmal keine. In Kamp-Lintfort musste man einen winzigen roten Punkt an einer Halde erkennen und weiter ging es zur Fossa Eugeniana und nach Rheinberg, wo Amazon quasi eine halbe Stadt errichtet hat. Nach der DK musste man hier etwas kreiseln und dann ging es auch schon wieder Richtung Süden. Im „Grafschafter Gewerbepark Genend“ waren in 2 Sackgassen kleine rote Punkte versteckt, die man nicht übersehen durfte. Ein weiterer roter Punkt lauerte auf einem Parkplatz bei Haus Traar.

Fast im Ziel war noch einmal Aufmerksamkeit gefragt. Der letzte rote Punkt war kurz vor dem StellwerkHOF platziert, in einer Einfahrt, wo man normalerweise überhaupt nicht auf die Idee kommen würde, dass man da wirklich rein fahren kann. Kann man aber, auch wenn es sehr düster und auch unheimlich war. Es wartete ein Wendeplatz zwischen Bahnlinie, altem Gemäuer und Schrott… und natürlich ein Baumaffe. Dann musste man noch am Ziel vorbei fahren (!) und drehen. Hier kam dann die Regel mit den Kreisverkehren nach Karte und Natur zum Einsatz. Zum Glück hatten wir die Regeln gut gelesen und auch noch im Kopf, so dass wir in diese Fall nicht getappt sind.

Insgesamt war es eine doch recht entspannte Fahrt, die durch das Wetter mal echtes Winter-Ori-Feeling aufkommen lies. Am Ende konnten wir wie im Vorjahr Platz 1 in der Klasse N verbuchen. Den einzigen Fehler den wir hatten, den hatten alle anderen auch gemacht und somit war diese, aus meiner Sicht etwas fragwürdige, Stelle quasi auch neutralisiert.

Bei der Siegerehrung wurden wir mehr oder weniger direkt aufgerufen, mal die Klasse A/AK zu probieren. Wir wären ja jetzt oft genug N gefahren… Der Blick in die Fahrtunterlagen der Teilnehmer in A/AK zeigte aber mal wieder ein deutlich höheres Niveau.

Fazit: Wieder eine blitzsaubere Veranstaltung, sehr gute Fahrtunterlagen und der Winter hat auch mitgespielt. Super Essen im StellwerkHOF. Aufgabenstellungen in den höheren Klassen sind eher speziell, um A/AK werden wir aber im nächsten Jahr kaum noch herum kommen 🙂


Weitere Berichte von anderen Teams aus anderen Klassen im Netz:


2019 – Veranstaltungen

Der Rückblick auf die Veranstaltungen 2018 ist gerade erst verfasst, da trudeln auch schon die Termine für das nächste Jahr ein… Auch wenn die Klassik-Serien mit den vollständigen Terminübersichten erst im Februar an den Start gehen, stehen doch viele Veranstaltungstermine jetzt schon fest.

Hier eine erste, natürlich rein subjektive, Auswahl.

02.02.2019
NAC Duisburg
Winter Ori
Duisburg
www.nacduisburg.de

02.03.2019
Hans-Christian Werner, Osnabrück
Osna Oldies – Osnabrücker Oldtimermesse und -teilemarkt
Osnabrück
www.osna-oldies.de

13.04.2019
Herforder Motorsport Club 1923 e.V. im ADAC
ADAC Linnenbauer Oldtimerfahrt
Herford
www.hmsc1923.de

14.04.2019
MSC Aachen e.V.
Aachener Oldtimer Tag
Aachen
www.msc-aachen.de

22.04.2019
Warsteiner Oldtimer Team e. V. und MSF Warstein
Warsteiner Ostereiersuchfahrt/Classic
Warstein
www.warsteiner-oldtimer-team.de

27.04.2019
ADAC Westfalen Lippe
Westfalen Lippe Fahrt 
Bielefeld
www.adac-owl.de

01.05.2019
Velper Oldtimerfreunde und MSC Westerkappeln
Velper Oldtimertreffen
Westerkappeln
http://msc-westerkappeln.de/

05.05.2019
MSF Lengerich e.V. im ADAC
ADAC Emsland Classic
Lengerich
www.emsland-classic.de

05.05.2019
AC Vechta e.V. im ADAC
Südoldenburger ADAC Oldtimer Rallye
Vechta
www.ac-vechta.de

10.05.2019
MSC Adenau e.V. im ADAC
Int. ADAC Adenau Classic
Adenau/ Nürburgring
www.mscadenau.de

11.05.2019
Paul Witteler
20. OSR  – Oldtimer Sauerland Rallye
Brilon
www.witteler-automobile.de

12.05.2019
AMC Arnsberg eV
Ori75 bzw. Cabrio Fahrt
Arnsberg
www.amc-arnsberg.de

12.05.2019
MSC Osnabrücker Land e.V. im ADAC
22. ADAC Old- und Youngtimertreffen Glandorf 2019
Glandorrf
www.msc-osnabruecker-land.de

31.05.2019
Heinz Event Marketing
SarLorLux Classic
Saarbrücken
www.classique.de

01.06.2019
MSC Oelde
Rund um Oelde
Oelde
www.ac-oelde.de

02.06.2019
OC Delmenhorst im ADAC e.V.
ADAC Oldtimer Klassik „Rund um die Hünengräber“
Delmenhorst
www.oc-delmenhorst.de

08.06.2019
Hagener Automobil Club e.V.
Hagen Klassik
Hagen
www.hagen-klassik.de

08.06.2019
Scuderia Colonia e.V im ADAC
Scuderia Colonia Classic
Nürburgring
www.scuderia-colonia.de

10.06.2019
AC Bielefeld e.V. im ADAC
Oldtimer Treffen Buschkamp inkl. Touristische Oldtimerfahrt für Automobile
Bielefeld
www.acbielefeld.de

15.06.2019
Aachener Karnevals Verein AKV
AKV Oldtimer Rallye THE RACE 
Aachen
www.akv.de/de/veranstaltungen/oldtimer-rallye-the-race.html

15.06.2019
Automobilclub Ahaus e.V. im ADAC
Internationale Barock-Classic Rallye Ahaus
Ahaus
www.ac-ahaus.de

15.06.2019
AMC Schwelm
 ORI 75 Rund um den Ennepe-Ruhr-Kreis
Schwelm
www.amc-schwelm.de

16.06.2019
AMC Arnsberg eV
Cronenberg-Gedächtnisfahrt
Arnsberg
www.amc-arnsberg.de

29.06.2019
AC Lemgo
Lippische Bergfahrt AC Lemgo
Lemgo
www.aclemgo.de

29.06.2019
Automobil-Club Bergisch-Land e.V. (ACBL))
Hasten Historic „Rund um das Werkzeugmuseum“
Remscheid
http://hasten-historic.acbl.de/

30.06.2019
ECURIE Aix-la-Chapelle im DMV e.V. 1968
Int. DMV Oldtimer Rallye Aachen
Aachen
www.ecurie-aachen.de

13.07.2019
VFF Göttingen e. V. im ADAC
VFFG Historik
Göttingen
www.vffg-ev.de

14.07.2019
Ahr-Automobil-Club 1924 e.v. im ADAC
Ahr-Rotwein-Klassik Oldtimer- und Youngtimer-Fahrt
Bad Neuenahr/Ahrweiler
www.ahr-rotwein-klassik.de/

27.07.2019
Verein für Motorsport e.V. im ADAC
Internationale VFM-Heide-Classic
Munster
www.vfm-heide-classic.de

02.08.2019
Classic Days Schloss Dyk
Stiftung Schloss Dyk
Nähe Düsseldorf
www.schloss-dyck-classic-days.de

03.08.2019
ADAC Mittelrhein e.V.
Mittelrhein Classic
Bad Ems
www.mittelrhein-classic.de/

04.08.2019
AMC Wittgenstein Bad Berleburg e.V.
Bad Berleburger Oldtimer Tour
Bad Berleburg
www.amc-bad-berleburg.de

04.08.2019
AC Melle e.V. im ADAC
 ADAC Oldtimerrallye Rund um Melle
Melle-Gesmold
www.ac-melle.de

10.08.2019
MSC Altena e.V. im ADAC
Historische Rallye Burg Altena
Altena
www.msc-altena.de

10.08.2019
AC Verden e. V. im ADAC
Int. ADAC Oldtimer- und Classic Rallye der Reiterstadt Verden/Aller
Verden
www.acverden.com

25.08.2019
1. Hammer Oldtimer Register
Hamm Erfahren
Hamm
www.hamm.de/erfahren.html

25.08.2019
AMC Burbach
Siegerland Classics
Maxi-Autohof in Wilnsdorf
www.siegerland-classic.de

31.08.2019
MSC Hermannsdenkmal e.V. im ADAC
ADAC Cheruskerfahrt „Klassik“
Detmold
www.msc-hermannsdenkmal.de/

07.09.2019
AMC Arnsberg eV
Oldtimer Rallye Arnsberg
Arnsberg
www.amc-arnsberg.de

08.09.2019
MS Verthe e.V. im ADAC
 ADAC Oldtimer Rallye Wiehengebirge
Belm-Verthe
www.motor-sport-vehrte.de/

14.09.2019
AC Münster e.V. im ADAC
Kiepenkerl Klassik
Münster
www.ac-muenster.de

28.09.2019
AMC Stemweder Berg im ADAC
Rallye Stemweder Berg Historic
Lübbecke
www.amc-stemweder-berg.de

28.09.2019
AC Bramsche
Haserundfahrt
Bramsche
www.acbramsche.de/ori/index.htm

06.10.2019
Velper Oldtimerfreunde und MSC Westerkappeln
Oldtimer Rallye Westerkappeln
Westerkappeln
http://msc-westerkappeln.de/

12.10.2019
MSC Ruhrblitz im ADAC
Rallye Ruhrgebiet Classic
Bochum
www.ruhrblitz.de

03.11.2019
AMC Arnsberg eV
Dieter-Zantner-Gedächtnisfahrt
Arnsberg
www.amc-arnsberg.de
Alle Angaben wie immer ohne Gewähr!

2018 / Jahresendabrechnung / Das Rallye-Jahr im Rückblick

Das Jahresende naht, es wird besinnlich und dies ist auch die Zeit für Jahresrückblicke. Rallye-technisch gesehen war es ein sehr aktives Jahr. Teilnahme an insgesamt 20 Veranstaltungen, davon (nur) 1 Treffen, 2 „reine“ Ori´s und somit 17 „typische“ Oldtimer-/Youngtimer-Rallyes. Erstmals ausprobiert haben wir die Teilnahme am ADAC Oldtimer Cup Westfalen-Lippe (8 bzw. 10 Teilnahmen) und beim ADAC Classic Revival Pokal (6 bzw. 7 Teilnahmen).

Was ist uns dabei 2018 aufgefallen?

Der Trend zu jüngeren Fahrzeugen hält an. Man sieht kaum noch Vorkriegsfahrzeuge bei den Veranstaltungen, auch Fahrzeuge der 50er und frühen 60er Jahre werden sehr selten. Die Klassen 9 und 10 gem. FIA-Reglement sind durchweg am stärksten besetzt. Dies kann man unter „Demographie“ verbuchen. Teilweise gibt es (immer noch) die Diskussion über „echte“ und „unechte“ Oldtimer (das sind eher Rückzugsgefechte) oder Streit, ob jetzt Youngtimer auch bei den Rallyes mitfahren sollten. Hier kann man nur feststellen: Wer den Nachwuchs fördern will, der muss sich um die Youngtimer kümmern, unbedingt. Leider sind gerade die „Cup-Läufe“ immer noch den Oldtimern (≥ 30 Jahre alt) vorbehalten.

Die Veranstaltungen sind sehr unterschiedlich, sowohl vom Teilnehmerkreis her, als insb. auch im Hinblick auf die Aufgabenstellungen. Vielleicht gibt es auch einen Zusammenhang? Oder es sind regionale Besonderheiten? Es fällt jedenfalls auf: manche Veranstaltungen sind eher klassisch-männlich mit den „Alte Hasen“ dominiert, andere hingegen ziehen ein breites Teilnehmerfeld an, auch mit viel Nachwuchs. Bei den Aufgabenstellungen zeigte sich wieder einmal, dass kaum eine Veranstaltung der anderen gleicht und die individuelle Note des jeweiligen Fahrtleiters einen großen Einfluss hat. Obwohl z.B. beim Oldtimer Cup Westfalen-Lippe alle Veranstaltungen einem übergreifenden Reglement folgen, gab es hier auch deutliche Unterschiede. Von einer eher Happening-artigen Veranstaltung wie „Buschkamp“ über Fahrten mit starkem Ori-Einschlag (Lengerich) hin zu Rallyes, bei denen die Zeitprüfungen (stark) dominierten (Hagen, Altena). Den aus unserer Sicht „besten Mix“ konnte man in Herford, Ahaus, Oelde, Lemgo, Stemwede, Bochum und Detmold genießen. Das ist doch schon was! Enttäuschung des Jahres waren leider die Classic Days in Oldenburg, denen man den Verlust des langjährigen Fahrtleiters schmerzlich anmerkt und die den Spagat im Teilnehmerfeld zwischen „schön&reich“ und „sportlich&ambitioniert“ nicht mehr hin bekommen. Besonders positiv überrascht waren wir vom Oldtimer-Treffen inkl. Ausfahrt „Buschkamp“. So eine Kulisse, so ein Flair und so ein tolles Publikum findet man selten. In Altena und auf dem Stemweder Berg konnte auch die kulinarische Begleitung in besonderem Maße überzeugen. Allgemein gilt: Veranstaltungen mit Start und/oder Ziel in einer regulären Gastwirtschaft schneider hier besser ab als solche, die sich in Autohäusern oder sonstigen Hallen zum Start bzw. Ziel einfinden.

Was auch auffällt ist der Umstand, dass es doch immer wieder Veranstaltungen gibt, die bei der Auswertung, zum Teil massiv, schwächeln. Betroffen sind beileibe nicht nur eher junge Veranstaltungen, auch bekannte „Klassiker“ leiden immer mal wieder darunter. Die Ergebnisse stimmen nicht, werden neu berechnet, getauscht, neu ausgehängt, wieder abgehängt, etc. Das Warten auf belastbare Ergebnisse und die Siegerehrung dauert oft zu lange. Die Veranstaltungsdauer kann so locker auf bis zu 14 Stunden(und mehr) anwachsen. Da darf man sich nicht wundern, wenn es zum Zeitpunkt der Siegerehrung, so gegen 22 oder 23 Uhr, dann wirklich schon recht leer geworden ist. Die Gründe hierfür kann man als Teilnehmer natürlich nur erahnen. Wären Excel- oder Access-Schulungen ggf. eine Unterstützung? 🙂 Manchmal bekommt man aber auch den Eindruck, die Veranstalter/Auswerter stehen sich selber im Weg, wenn es z.B. komplexere Regeln gibt, die dann vergessen oder selber fehl interpretiert werden. Auswertung und Siegerehrung schließen den Rallyetag immer ab, wenn hier ein eher schlechter Eindruck entsteht, bleibt dieser natürlich tendenziell für die gesamte Veranstaltung hängen.

Apropos Siegerehrung: Nach wie vor dominiert hier der klassische Pokal. Gerne groß und gerne hässlich. Als echter Neuling ist man zu Beginn noch sehr angetan, so etwas überreicht zu bekommen. Aber schon die Ehefrau rümpft die Nase und verbittet sich, so ein Ding ins Wohnzimmer zu stellen. Da gibt es doch schönere (und kleinere) Alternativen! Z.B. aus Glas, oder in Form eines bedruckten Modellautos, etc. Überlebt haben sich auch die oftmals noch anzutreffenden Frauenpokale. Man muss kein Freund des Genderismus sein, um sowas für etwas altbacken zu halten. Dann doch lieber einen Sonderpreis für den Nachwuchs, den besten Youngtimer, … Und wenn man für eine Mannschaftsnennung 50 EUR bezahlen muss, ist die eher schwache Resonanz auch nachvollziehbar.

Der ADAC Oldtimer Cup Westfalen-Lippe war im Übrigen sehr gut organisiert, mit einer sehr zeitnahen Aktualisierung der Ergebnisse und einer sehr schönen Feier auf dem Stemweder Berg. Beim Classic Revival Pokal läuft das etwas anders… also im Oktober wartet man noch auf die Ergebnisse aus Juli und man fragt sich, welche echte Priorität die Oldtimer wohl „in München“ haben. Das gilt im Übrigen auch für die Digitalisierung, die in vieler Munde ist. Anmeldungen per Brief-Formular und Ergebnislisten als kaum lesbare Exceltabellen im Internet sind eher ein Armutszeugnis für einen Verein, der so selbstüberzeugt auftritt. Wo bleibt die ADAC-Rallye-Ergebnis-App???

Aus den Veranstalterkreisen hört man, dass es zum Teil immer schwieriger wird, Genehmigungen zu bekommen bzw. die Auflagen immer hirnrissiger werden. Darunter leidet dann zum Teil auch die Streckenführung. Als Teilnehmer bekommt man sowas aber kaum mit. Hier würde ich mir wünschen, dass solche Probleme seitens der Veranstalter deutlich(er) transparent gemacht werden. Und wir alle sollten versuchen, unser Hobby positiv zu vertreten, wann immer es geht.

Abschließend ein großes DANKE SCHÖN an alle Veranstalter, Organisatoren und Helfer. Ohne euch würde es unser wunderschönes Hobby schwer haben. An alle Teilnehmer: Wie ist es euch / ist es Ihnen im Rallye Jahr 2018 ergangen? Welche Erfahrungen habt ihr / haben Sie gemacht? Über viele Rückmeldungen freuen wir uns (siehe unten: Kommentarfunktion).

 

Gute Nacht (Winterschlaf) und bis bald (2019)

13.10.2018 / Rallye Ruhrgebiet Klassik / Bochum

Die Rallye Ruhrgebiet Classic hat eine lange Tradition. Bis vor einigen Jahren war der Start immer am Bochumer Opelwerk,  die erste Zeitprüfung erfolgte traditionell durch die Werkshallen. Das ist leider vorbei und nach einem Relaunch gibt sich die Rallye Ruhrgebiet Classic seit 2016 auch nicht mehr ganz so sportlich-anspruchsvoll, dafür aber immer noch sehr professionell und jedes Jahr mit neuen Schmankerln. Hier sind erkennbar Profis mit Liebe für das Detail unterwegs.

13.10.2018 Rallye Ruhrgebiet Klassik Veranstalter: MSC Ruhrblitz e.V. im ADAC
Team: André Behrensdorf / Frank Schäfer auf BMW 2002 ti

„Der Herbst kommt bestimmt…….. und mit Ihm die RRC 2018“ – nach diesem Motto startete am 13.10.18 bei sommerlichen Temperaturen bis 28 Grad die Rallye Ruhrgebiet Klassik in Bochum-Grumme im Gasthaus Goeke, einer urige Gaststätte im alten Fachwerkhaus mit Biergarten.  Das Team vom „Ruhrblitz“ stellt immer wieder einen gelungen Mix aus Chinesen, Ori, Zeitprüfungen und schöner Strecke zusammen. Dieses Mal sollte es von Bochum aus über Dortmund in die Nähe von Hagen und zurückgehen. Ausgeschrieben war das Ganze als „touristische Rallye“, aber wer die Ruhrblitzer kennt, der wusste sich auf die ein oder andere Schmakazie einzustellen. Nach einem guten Frühstück bekam man das Roadbook 15 Minuten vor dem Start, der auf dem Parkplatz einer benachbarten Kirche erfolgte.

Man wähnte sich noch beim Einfahren, da musste nach knapp 5 Minuten Fahrzeit auf einem Parkplatz schon die erste Sollzeitprüfung gefahren werden: 120 Meter in 15 Sekunden. Eigentlich easy. Die Chinesen zeigten eine scharfe Linkskurve an.  3,2,1-los und irgendwie gemächlich rollten wir los. Am Scheitelpunkt der Kehre fing der Talking Timer schon an zu zählen… 10, 9, … hier stimmte was nicht!!! Keine Lichtschranke zu sehen. Aufgrund der dicken Reifen kamen wir auch nur mühevoll um  die wirklich enge Kurve rum. Das Ziel in weiter Ferne…. Panik und Vollgas! Gefühlte Stunden zu spät die Durchfahrt an der Lichtschranke. Das war nix!!! Kommentar von Herrn Behrensdorf: „wir waren noch im Schlafmodus“ – WIR?? Ok, abhaken, das wird anderen ähnlich gehen, Konzentration und die Strecke unter die Reifen nehmen.

Zuerst ging es naturgemäß durch dichte Bebauung, viele Ampeln und sogar Stücke von Schnellstrasse und Autobahn. Aber wie immer auch vorbei an wunderschönen oder zumindest bekannten Landmarken des Ruhrgebiets. Haus Dellwig war so ein schöner grüner Moment. Danach wurde es sehr schwarz-gelb, denn es ging in Dortmund am Stadion vorbei. Ich war hier noch nie, mein Fahrer schon sehr oft… trotzdem war Verzückung angesagt… Am ehemaligen Hoesch-Hochofenstandort Dortmund Phoenix-West gab es nach der ZK 1 die erste „besondere“ Orientierungsaufgabe… insgesamt 11 Pfeile waren in einer bestimmten Reihenfolge zu fahren, ohne gegen das Einbahnstrassenprinzip zu verstoßen. Garnicht mal so einfach. Bei dem ganzen Gekreisel konnte einem schon ein wenig schummerig werden. Konzentration war angesagt, um nicht den Überblick zu verlieren.

Anschließend ging es dann Richtung Iserlohn und die Landschaft wurde immer grüner und bergiger. GLP 2 und 3 wurden auf wirklich geilen Bergstrecken auf kleinen und kleinsten Strassen gefahren. Top Streckenführung, auf der auch dem Fahrer was geboten wurde! Bei GLP 3a musste am Ende bis zur zweiten Messung auch wirklich gebrettert werden. Sonst war die Zeit kaum zu schaffen. Zum Glück waren hier auch keine Traktoren, Pferde, Fahrradfahrer oder Kinderwagen unterwegs… 

Nach einer stilvollen Bratwurst auf der Kartbahn „Beule“ (?) in Hagen ging es dann wieder zurück in den Pott.  Das Gelände der ehem. Henrichshütte in Hattingen hat schon in der Vergangenheit die Kulisse für Ori-Aufgaben gegeben, nicht nur beim Ruhrblitz, sondern auch die Kamelrallye aus Hasten war hier schon unterwegs…

Dieses Mal mussten diverse Chinesen in einer vorgegebenen Sollzeit gefahren werden. Wirkte kompliziert, konnte man aber schon vorher gut lösen. Wir liessen es somit eher entspannt angehen. Leider wurde die Zeitnahme hier später neutralisiert, da es wohl irgendwelche Probleme bei der Auswertung gab. 

Probleme hatte auch der ein oder andere Teilnehmer in der Kreisverkehren, die sich bei Oldtimer-Rallyes zunehmender Beliebtheit erfreuen. Kreisverkehr ist eben nicht Kreisverkehr.  Wer die Instruktionen im Bordbuch gelesen hatte, der hätte aber eigentlich nicht überrascht sein dürfen.    

Gegen 17 Uhr erfolgte dann die Zieleinfahrt auf dem Bongard-Boulevard in Bochum. Hier musste ab ADAC-Zielbogen noch einmal eine SZP gefahren werden… 30 Meter in 9 Sekunden. Die aufgestellte Zeitnahmeuhr zeigte bei uns dann 08.99 an… Respekt, Herr Behrensdorf. Das war mal eine Hammerzeit und lies das Maleur vom Morgen ein wenig vergessen… Nach einem Glas Ziel-Sekt ging es dann wieder nach Grumme ins Ziellokal, wo die ersten Aushänge schon für Gesprächsstoff sorgten. Wie oft musste die 17 aufgeschrieben werden? War die 19 nicht eine Negativkontrolle? Die doch trickreichen Aufgaben ließen keine genauen Erwartungen zu.  Am Ende konnte auch diese, unsere zweite gemeinsame Fahrt sehr erfolgreich abgeschlossen werden: Platz 2 in der Klasse und Platz 2 im Gesamtklassement. An Scheidung hat widerum keiner gedacht. Im Gegenteil: beste Stimmung, es wurde viel gelacht.

Fazit: Sehr professionelle Veranstaltung mit dem besonderen „Industriekultur-Flair“. Landschaftlich herausragende Strecken und Zeitprüfungen auf alten Zechen- oder Stahlwerkgeländen. Orientierungs- und/oder Zeitprüfungen können es aber in sich haben. Eine Veranstaltung, die nicht umsonst den Wettergott (fast) immer auf ihrer Seite hat. Top-Abschluss der Saison.

Fotos, Ergebnisse und Bericht beim MSC Ruhrblitz

Bericht beim Stadtsportbund Bochum https://www.sport-in-bochum.de/ssb-bo/nachrichten-termindetails/oldtimerrallye-manta-a-aus-bochum-siegt:29207

Hier der Bericht aus 2016 Tour_de_Ruhr – klein

06.10.2018 / 51. Haserundfahrt / Bramsche

Die Haserundfahrt ist eine klassische Ori75 und wurde mehrfach von den Teilnehmern zur „besten Fahrt“ der NordOM gewählt. Erwarten darf man null Rahmenprogramm, dafür aber blitzsaubere Karten und anspruchsvolle Aufgaben. Auch wer hier in der Anfängerklasse startet, steht vor Herausforderungen!

06.10.2018 51. Haserundfahrt
Veranstalter: AC Bramsche e.V. im ADAC Weser-Ems
Team: Martina Schäfer / Frank Schäfer auf Audi A4 3.0 TDI quattro

Die Haserundfahrt folgt als waschechte Ori eigenen Regeln und es gibt eigene Cups etc. (z.B. Nord-OM).  Es handelt sich hier keineswegs um eine „Oldtimer-Veranstaltung“, auch wenn die heutigen Oldtimer-Rallyes ihrerseits viele Ori-Elemente aufgreifen. Demnach gibt es hier auch keine Klasseneinteilung touristisch, tourensportlich, sportlich – sondern eigene Klassen je nach Anspruch sowie Vorkenntnissen der Teilnehmer. Dazu gibt es noch Sonderklassen. Insgesamt also ganz schön viel Klassen… A, YO, E, AK, S & F sowie B & C.  Erwähnenswert eine eigene Klasse für Elektrofahrzeuge und eine für Feuerwehrfahrzeuge. Sehr schön. Im Endeffekt gibt es zwei grundsätzlich verschiedene Aufgabenstellungen (schwer für B&C, weniger schwer für den Rest) und in der Auswertung dann verschiedene Klassenwertungen. Da die Haserundfahrt bekanntermaßen anspruchsvoll ist, haben wir uns mehr als „A“ nicht zugetraut und es durfte dieses Mal auch ein „vernünftiges“ Gefährt der Jetztzeit sein. Dank Allradantrieb fühlten wir uns auch für eher schlechtere Straßenzustände gut gewappnet. Allerdings war schon die Anreise ein Abenteuer, besser, eine Zumutung. Nicht nur war das Lotter Kreuz komplett gesperrt, auch die Umfahrung hatte diverse Baustellen und Umleitungen zu bieten. Am Ende wurde gar eine Kuh direkt an der Strasse eingefangen, was für weitere Verzögerungen sorgte. Im Start- und Ziellokal Bischof-Reddehase kamen wir demnach hoffnungslos zu spät an. Der Veranstalter war aber sehr freundlich und großzügig und hat uns ein paar Startnummern nach hinten gereiht. Daumen hoch dafür!

Direkt am Startlokal sorgte eine weitere Baustelle für Vollsperrung und so ging es erstmal nach (Übersichts-)Karte zum eigentlichen Start, an dem man dann das Roadbook für die folgenden 75 km verteilt auf 13 Fahraufträge bekam. Und die hatten es in sich, auch in der „einfacheren“ Version…
Es zeigt sich hier einmal wieder, dass der Ori-Profi nur ein paar ganz wenige, wesentliche Grundregeln benötigt, und damit kann er dann absolut saubere und dennoch schwierige Aufgaben „basteln“:

  • Einbahnstrassensystem
  • Kein Kreuzen, amerikanisches Abbiegen erlaubt
  • Nur doppellinige Wege
  • Verbinden nach letzter Karte

Mehr braucht es nicht. Der ein oder andere Fahrtleiter aus dem Oldtimer-Rallye-Sport könnte sich hier ggf. mal ein Beispiel nehmen…

 

Zurück zur Haserundfahrt. Es ging bei bestem Sonnenwetter über kleine und kleinste Strassen und Wege. Man ist immer wieder erstaunt, wie solche Strecken gefunden und ausgearbeitet werden. Dabei war fast alles: kleine Ecken und Ausbuchtungen, Überlappungen, Umfahrung von Nebenstrassen mit gestrichelten Linien, Gegenläufigkeiten, etc.
Dabei hat das Team vom AC Bramsche auch noch Humor: Nicht nur das leibhaftige Ägypten wurde durchfahren, auch Mr. Bean sorgte am Ende noch mal für einen schelmischen Streich, der natürlich zu Fehlerpunkten führte.

Weniger lustig war das Auftreten einheimischer Landwirte und Trekkerfahrer, die das Passieren von Gebietsfremden mit PKW´s an ihren Höfen offenbar als Belästigung empfunden haben.  Nicht nur stehen dann da überall diese Bobbycars am Weg rum, nein, es wurden auch ganze Traktoren absichtlich als „Verkehrsberuhigung“ ungünstig im Weg platziert. Zum Glück verfügte die Landbevölkerung weder über Schrotflinten noch Mistgabeln und so konnten wir nach ca. 3 Durchfahrten dieses eher ungastliche Gebiet wieder verlassen.
Gegen Ende der Fahrt musste man noch einmal aufpassen, die Aufgabenstellung gingen über mehrere Seiten, inkl. Kartenfehler und Gekreisel um kleinste Dreiecke.

Dann schnurstracks zum Ziel… und leider den roten Punkt im Heckfenster von Mr. Bean nicht gesehen. Das war aber auch eine kleine Ferkelei des Fahrtleiters!

Der Aushang der Musterlösungen ist beim AC Bramsche vorbildlich. Auch wurde technisch aufgerüstet und die Ergebnisse liefen im „Loop“ auf dem Beamer. Einmal wie immer… hat man hier ein gutes Gefühl, hagelt es dann doch Fehler. In unserem Fall absolute Flüchtigkeitsfehler an Stellen, wo man weitere „Fallen“ nicht erwartet hat. Es ist eben eine Ori, keine Oldtimerrallye. Nachdem die Ergebnisse auch der zweiten Bordkarten eingepflegt waren, wendete sich das Blatt aber noch einmal und so konnten wir mit 60 Fehlerpunkten noch ganz knapp den Platz 1 in der Klasse A einfahren… Schön, wenn das Ergebnis dann doch noch stimmt . Wir hatten eigentlich nicht mehr damit gerechnet. Dazu muss man aber auch sagen, dass ein Fehler bei „kürzeste Strecke“ (an einer Stelle jedenfalls) mit satten 30 Strafpunkten (1 Baumaffe fehlt, dafür 2 andere Baumaffen zuviel) geahndet wurde.

Fazit: Mit den Oldtimerrallyes sollte man eine Ori75 nicht vergleichen, aber hier bei der Haserundfahrt stimmt einfach alles: Sehr gutes Kartenmaterial, bester Druck im Roadbook, eine landschaftlich toll ausgearbeitete Strecke mit vielen kleinen Details, eine gesunde Portion Humor und eine vorbildlich transparente Auswertung. Der Anspruch ist allerdings Ori-typisch sehr hoch, daher eher kein Tipp für Anfänger. Wer jedoch gerne Orientierungsaufgaben ohne „Gehirntod“ fahren möchte und schon etwas Erfahrung hat, sollte hier vielleicht mal vorbeischauen…. es lohnt sich…