31.08.2019 / 39. ADAC Cheruskerfahrt „Klassik“ / Detmold

Mit Start und Ziel am Herrmannsdenkmal und damit auf der Grotenburg in 386 Meter Höhe im Teutoburger Wald befährt man auf der Cheruskerfahrt wahrlich eine historische Gegend!

Hier wacht Arminius, der Namenspatron des MSC Hermannsdenkmal.

Auch die Cheruskerfahrt selber hat eine lange Geschichte. Die erste Veranstaltung „Rund ums Hermannsdenkmal“ mit einer Distanz von 720 Km wurde bereits 1962 veranstaltet . Es folgten glorreiche Rallyezeiten in der Bielefelder Senne, bis der Rallyesport aufgrund von „Umweltschutz“ keine Genehmigungen mehr bekam.
2005 erfolgte die Wiederauferstehung als Oldtimerveranstaltung.

Die Cheruskerfahrt ist Bestandteile einer Reihe von „Cups“ (das hat nichts mit Körbchengrößen zu tun…) . Neben dem Oldtimer Cup Westfalen-Lippe, dem Classic Revival Pokal und der Classic Car Challenge zählte dieses Jahr auch der Norddeutsche ADAC Oldtimer Cup dazu. Dies erklärt die Vielzahl der Teilnehmer aus dem hohen Norden: viele aus Hamburg, aber auch aus Kiel, Lübeck, oder „hinter Kassel“ waren dabei.

31.08.2019 39. ADAC Cheruskerfahrt „Klassik“
Veranstalter: MSC Hermannsdenkmal e.V. im ADAC
Team: André Behrensdorf / Frank Schäfer auf BMW 2002 ti

„Auf der Suche nach der perfekten Strecke“– so beschreiben die Organisatoren der Cheruskerfahrt Klassik ihre Ambitionen für die Ausarbeitung des Roadbooks und der Aufgabenstellungen. Nach der Fahrt muss man sagen: es ist ihnen gelungen!
Alleine Start und Ziel am Hermannsdenkmal bieten ein besonderes Flair. Dieses Jahr war auch die Streckenführung durch den Teutoburger Wald in Richtung Weser und durch das Weserbergland ganz hervorragend gelungen. Wunderschöne Landschaft, tolles Wetter und kleine und kleinste Straßen sorgten für Begeisterung.

Wunderschöne Strecke durch das Weserbergland.

Die Mittagspause war dann in Polle, direkt an der Weser und der Weserfähre, im Restaurant „Graf Everstein“. Hier konnte man den Weitblick in die Berge genießen und es kam so etwas wie Urlaubsstimmung auf.

Die Orientierungsaufgaben in der touristischen Klasse waren recht einfach gehalten, aber es gab schon ein paar Überlappungen oder kleine Ecken, so dass nicht wirklich Langeweile aufkam. Etwas spezieller waren die Zeitprüfungen, die immer mehrere Messungen beinhalteten. GLP 2 bei Phoenix Contact war dann wohl der Höhepunkt. Auf einem Parkplatz gab es ein Lichtschrankenlabyrinth mit sieben Messungen innerhalb vom 98 Sekunden. Klasse gemacht.

Bei dieser Art der Aufgabenstellung konnte auch der Rallye Timer von Christian Huber an Bord seine Möglichkeiten ausspielen. 1,33 Strafpunkte bei 7 Lichtschranken geht schon ok 🙂

Vielmehr muss man zu dieser Top-Veranstaltung gar nicht mehr schreiben, außer vielleicht für die „Insider“: keine Autohäuser! Super Essen! 🙂

Fazit: Sehr gut organisierte Veranstaltung in wunderschöner Landschaft mit ebenfalls schöner Streckenführung. Ori auch für Anfänger geeignet. Rundrum Top.

Hier viele schöne Bilder!

https://www.autofokus-owl.de/galerie/2019/39-cheruskerfahrt/

25.08.2019 / 13. Siegerland Classic / Wilnsdorf

Die Siegerland Classic ist eine sehr professionell organisierte Old- und Yountimer-Rallye. Das Niveau in der sportliche Klasse ist hoch. Neben ca. 10 Zeitprüfungen mit gehobenem Anspruch (normale Sollzeit, echte GLP, Mehrfach-WP, Zufalls-WP, …) kommen auch die Freunde der Ori-Aufgaben nicht zu kurz, die es ebenfalls in sich haben! Etwas Besonderes ist auch der Start an einer Autobahnraststätte, also dem Maxi-Autohof in Wilnsdorf. Dieser übernimmt auch das abendliche Catering in Burbach. Dazwischen geht es ca. 170 KM über schöne Strecken im Siegerland und Westerwald.
Diese Veranstaltung ist „autonom“, gehört also zu keiner Cup-Wertung. Daher kann man hier auch mal die sportliche Kategorie fahren, ganz einfach, um auch die ganzen interessanten Aufgaben mitzunehmen.

Auszug aus der Starterliste. Ein sehr starkes Starterfeld!

https://amc-burbach.de/nachrichten/das-programmheft-zur-siegerland-classic-ist-online-776.html

25.08.2019 13. Siegerland Classic Oldtimerrallye
Veranstalter: AMC Hellertal Burbach Neunkirchen
Team: André Behrensdorf / Frank Schäfer auf BMW 2002 ti geplant, tatsächlich dann auf Porsche 944 S2

Die Siegerland Classic zeichnet sich durch eine einzigartige Mischung aus anspruchsvollen Ori- und Zeitaufgaben aus. Hier sollte man in beiden Metiers „gut drauf sein“, damit man sich entsprechend platziert. Nach relativ erfolgreichen Teilnahmen 2015, 2016 und 2017 ging es nach einem Jahr Pause wieder an den Start. Allerdings in neuer Teamkombination. Was auch zu berücksichtigen war: auch die Fahrtleitung hat sich seit 2018 geändert. Die Gesamtsiegerin sportlich aus 2017, Nicole Jentsch, ist seitdem für die Aufgabenstellung verantwortlich. Und diese hatte es wahrlich in sich. War die Siegerland Classic bisher schon anspruchsvoll, so wurde unter neuer Leitung das Niveau weiter angehoben. Besondere Spezialität 2019: eine mehr oder weniger fiese Kombination von „kürzeste Strecke“ mit „keine Einbahnstrassenregelung“. Hier ging es zum Teil um Milimeter auf der Karte. Auch gab es Veranstaltermarkierungen, die die Strecke unterbrachen oder sonstwie retuschierte Kartendarstellung. Immer schon in Burbach beliebt sind Sackgassen und Wendehämmer. Auch bei den Zeitprüfungen gab es wenig „Normales“. Hier wurden als Spezialität mehrere GLP geboten, bei denen die Sollzeit unbekannt war. Auch in Kombination mit normalen Sollzeitprüfungen.

Sehr fair hingegen war die Gestaltung der ZK, man hatte immer ausreichend Vorzeit..

Besonderes Schmankerl war die Schlüsselfrage. Was ist der Alptraum des Rallyeteilnehmers kurz bevor dem Start? Technischer Defekt? Kein Benzin mehr? Ja, das mag sein. Besser aber noch ist: der Beifahrer versucht, den Kofferraum zu öffnen und bricht dabei den Zündschlüssel ab. Kein Scherz. Der Alptraum wurde Realität.
Was nun? Zum Glück gab es keine Schreierei und mit Scheidung konnte auch nicht gedroht werden . Aufgrund einer ominösen Vorahnung war ein zweites ausschreibungskonformes Gefährt verfügbar und der Veranstalter zeigte sich extrem flexibel. So standen wir zwar gegen 8 Uhr morgens schon knietief im Schweiss, konnten aber pünktlich um 9:42 Uhr mit aller Ausrüstung im Ersatzwagen starten!

Auch unterwegs gab es schöne Momente mit Slapstickcharakter. Hier ein Auszug aus der Kommunikation im Cockpit:
Beifahrer: Kilometierung stimmt nicht.
Beifahrer: Kreuzung rechts, Kilometierung passt nicht.
Beifahrer: Kilometrierung stimmt schon wieder nicht. Komisch
Fahrer: Müssen wir uns nachher mal beschweren.
Beifahrer: Schon wieder … mhm… geht der Tripmaster denn richtig?
Beifahrer: … ??? What the F***? irgendwas stimmt mit dem Gerät nicht…
Fahrer: ….*?!*
Beifahrer: Oh, ich habe auf dem Fusstaster gesessen….!
Fahrer und Beifahrer: Muahahahahahahaha 🙂

Und noch eine Besonderheit bei so einer sportlichen Fahrt: Es kommt bei den Zeitprüfungen nicht nur auf die Zeiten an, sondern auch darauf, innerhalb der Wertungsprüfungen überhaupt die richtige Strecke zu finden. Bei WP 3 ist uns das leider nicht so ganz geglückt. Der unnötige Abstecher auf ein Firmengelände brachte uns die maximale Strafzeit ein… Buuuah.

Bis zum unmittelbaren Ende der Fahrt waren Fallen über Fallen im Roadbook versteckt. Die neue Fahrtleiterin hat hier wirklich alle Register gezogen. Ob das so angemessen ist, muss jeder selber beurteilen, es gab auch kritische Stimmen. Der Mix aus Ori und Zeitprüfungen war super, aber noch mehr Anspruch wird Teilnehmer eher vergraulen.

Fast konkurrenzlos schön war das Rahmenprogramm. Besonders hervorzuheben: die Mittagspause im Kloster Marienthal mit einem wunderschönen Ambiente und einem tollen Catering: hier könnten sich viele andere Veranstalter eine Scheibe (Spiessbraten) abschneiden.

Die Siegerland Classic geht auch im Bereich Social Media neue Wege und überträgt Abschnitte live im Fratzenbuch. Hier wäre es schön, wenn nicht so ein Spetzl-Eindruck entstehen würde… mia san mia sagt der Bayer und bleibt gerne unter sich. Bei einer Oldtimerrallye sollten vielleicht auch weniger prominente (?) Teilnehmer berücksichtigt werden. Und es ist nicht „schade“, wenn dreimalige Gesamtsieger nicht noch den vierten Gesamtsieg holen. Im Gegenteil: Konkurrenz belebt das Geschäft und steigert die Attraktivität einer Rallye.

Da die Rallye an einem Sonntag stattfindet, setzt der Veranstalter bei Ergebnissen, Aushang und Siegerehrung auf Zeit und Effizienz. Damit gibt es schon gegen 18.30 Uhr die Siegerehrung. Allerdings ohne vorherigen Aushang. Fragen sind somit nicht zu klären. Auch die Pokale passen nicht ganz zum sonstigen hohen Niveau, hier gerne mal Tipps in Altena einholen…

Fazit: Tolle Veranstaltung auf insgesamt sehr hohem Niveau. Es bleiben kaum Wünsche offen, aber die Fahrtleitung sollte im Hinblick auf den Schwierigkeitsgrad nicht „überdrehen“.

10.08.2019 / 5. Historische Rallye Burg Altena / Altena

Im 5. Jahr arbeiten die Veranstalter der Rallye Burg Altena weiterhin daran, süddeutsche Verhältnisse auch in Westfalen/ im Sauerland zu etablieren. Eine Oldtimerrallye ganz ohne Orientierungsaufgaben, dafür aber mit anspruchsvollen Zeitwertungen und Patrick Weber, fast wie z.B. bei der 1. NAC Rallye Süd in Nürnberg.
Sportliche Wertung: 12 WP mit insgesamt 48 (!) Messungen, 1 echte GLP, mind. 2 geheime WP
Tourensportliche Wertung: 12 WP mit jeweils einer Lichtschranken-Messung, plus 1 echte GLP. Wieder mit dabei auch z.B. der legendäre Wixberg, 13 Sekunden um einen Baum kreisen, oder eine Slalom-WP mit Setz- und Bestätigungszeit.

Die Zeitentabelle (hier Tourensport) ist vorab im Netz verfügbar.

So gestrickt, wird auch ein etwas anderer Teilnehmerkreis angezogen. Bei ca. 65 Teilnehmern insgesamt ist das Verhältnis von Tourensportlern und Sportlern ca. 50:50. Das ist schon bemerkenswert.

Leider wird die Veranstaltung im Rahmen des Classic Revival Pokal nur noch in der sportlichen Wertung berücksichtigt (da kann der Veranstalter nichts dafür) – was sich der ADAC dabei wohl gedacht hat…. Auch das hat vielleicht ein paar „Wettbewerber“ aus den Cup-Wertungen davon abgehalten, nach Altena zu kommen.

(Fast) unnötig zu erwähnen, dass wir hier (wieder) tourensportlich starten. Die Null-Fehler-Strategie im (Ori-)Bordbuch der letzten Veranstaltungen wird in Altena aber nichts helfen… hier heisst es „wenig hinterm (Null-)Komma haben“.

10.08.2019 5. Historische Rallye Burg Altena
Veranstalter: MSC Altena e. V. (ADAC)
Team: Frank Schäfer / André Behrensdorf auf Mercedes-Benz 190E 2.5-16

Die Rallye war grundsätzlich wie im Vorjahr gestaltet (siehe unser Bericht). Allerdings wollte man einen Teil der Fehler ausmerzen (Siegerehrung um 23 Uhr!) und die Zeitprüfungen wurden daher alle per Funkuhr gestartet. Damit sollte eine Fehlerquelle entfallen. Das hat weitgehend funktioniert, führte aber bei der GP 7 Slalom zu Missverständnissen.

Die kompletten Fahrtunterlagen konnte man sich schon am Vorabend abholen. Das war auch sinnvoll, denn auch dieses Jahr war das Roadbook durch katastrophal viele Fehler gekennzeichnet. So bekam man nicht nur 5 doppelseitige Austauschseiten, sondern auch ein gesondertes Korrekturblatt mit sage und schreibe 34 Korrekturen. Teilweise sogar mit Änderungen für die Änderungen. Die Kilometrierungen stimmten vorne und hinten nicht. Kreisverkehr nach 1,5 km statt 0,5 km, etc. Auch die Chinesen selber waren zum Teil etwas holzschnittartig. So komische T-Stücke wie hier sieht man sonst selten.

Die Zeitprüfungen waren wiederum stark an das Vorjahr angelehnt und fanden auch an denselben Stellen statt. Bei der zweiten Teilnahme ok, aber auf Dauer vielleicht doch etwas einfallslos?! Somit ging es wieder durch die Halle bei SKS, rund um den Baum in Altena-City, es gab den Wixberg und die zwei Prüfungen bei Rosmart (scheußliches Gewerbegebiet). Zwischen den GP fuhr man eine weitgehend landschaftlich schöne Strecke auf ebenfalls weitgehend extrem schlechten Straßen. Hier erkennt man den Verfall der Infrastruktur in Deutschland (Verfall ist auch ein „schönes“ Stichwort in Altena). Leider wurde die Strecke (mit einer einzigen Ausnahme) nicht kontrolliert. Der Veranstalter ist bekennender Ori-Hasser, was ja ok ist. Aber auch bei einer reinen Chinesendarstellung wären einige Stempelkontrollen oder Baumaffen angebracht. Weil das hier entfällt, kommt man zu einer Kombination aus Oldtimerwandern und Zeitprüfungen. Noch bedenklicher ist, dass ein Teil der Teilnehmer offenbar von GP zu GP nach Navi fährt, also das Roadbook komplett ignoriert. Die so gewonnene Zeit wird dann zur Vorab-Inspektion der Strecke an der GP genutzt. Das kann nicht Sinn einer Veranstaltung sein. Und dazu braucht man auch keine 250 Kilometer abreißen.

Endstand Tripmaster im Ziel.

Sehr schön war wiederum die Abendveranstaltung in der Burg Holtzbrinck mit einzigartigem Catering. Und auch positiv aufgefallen ist die Vertreterin der Stadt Altena, nach meiner Erinnerung die stellvertretende Bürgermeisterin (?). Ein angemessenes Grußwort und insgesamt ein sehr angenehmer und sympathischer Auftritt. Das haben wir von anderen Vertretern aus Politik/Verwaltung schon ganz anders erlebt.

Die Ergebnisse hingen dieses Jahr auch schon sehr früh und auch die Siegerehrung war zeitig dran. Aufgrund der vielen Umleitungen wurden die ZK durch Sonderkarenz komplett neutralisiert. Leider sind damit auch 12 potenzielle Wertungsquellen entfallen. An der GP 7 war vor Ort unklar, wie die Startmessung erfolgt. Funkuhr und Lichtschranke waren ca. 2-3 Meter entfernt und in der Skizze war eine Lichtschranke eingezeichnet. Allerdings galt auch der Hinweis „Alle Prüfungen werden durch Funkuhr gestartet“. Große Verwirrung . Vor Ort bekamen wir den eindeutigen Hinweis, dass der Start per Funkuhr erfolgt, die Messung aber erst durch die Lichtschranke. Das stellte sich im Ziel jedoch als falsch heraus und erklärte somit unsere hohe Abweichung. Diese Wertung wurde dann neutralisiert. Besser wäre es, keine Aufgabenstellungen zu konstruieren, bei denen solche Unklarheiten überhaupt erst entstehen können.

Ein großes Lob geht an den Veranstalter für wirklich schöne, außergewöhnliche und abwechslungsreiche Pokale! Hier gibt es nicht die von den meisten anderen Rallyes bekannten einfallslosen und hässlichen Pötte, sondern z.T. wirklich kleine Kunstwerke. Allerdings hätten wir am Ende ein paar Zahlen weniger „hinter und vor dem Komma“ gebraucht, um hier auch welche mitnehmen zu dürfen… Den Abend konnte man aber auch so gut bei einem oder zwei Mai Tai ausklingen lassen…!

Plus

Sehr freundliche und persönliche Teilnehmerbetreuung

Zeitprüfungen mit besonderem Charakter durchgehend auf abgesperrten Strecken

Zu Recht legendäres Rallyebuffet vom Feinsten, Cocktailbar und Grill im Nenngeld enthalten

Weitgehend schöne, zum Teil sogar sehr schöne, Streckenführung

Schneller Ergebnisaushang und angemessen frühe Siegerehrung

Teilnehmerhinweise zu Ergebnissen werden aufgenommen

Außergewöhnliche und schöne Pokale

Minus

Unfassbar schlechtes Roadbook mit einer Vielzahl von Fehlern und z.T. grenzwertigen Kartendarstellungen bei den Zeitprüfungen

Streckenlänge mit ca. 250 km inkl. Umleitungen viel zu lang

Keinerlei Überprüfung der Streckenführung, auf 250 km gibt es exakt eine DK!

Fazit: Überwiegend professionelle und teilnehmerorientierte Veranstaltung für Zeitfahrer, die mit Ori nichts anfangen können. Einzigartiges Rahmenprogramm.
Leider nach wie vor grottiges Roadbook und zu lange Strecke ohne jegliche Kontrolle.

Hier der Bericht von Hans-Jürgen Kirschbaum mit einem ähnlichen Fazit

http://www.ecurie-aachen.de/berichte/238-historische-rallye-burg-altena-10-09-2019

07.07.19 / Schumann Classic Day /Dortmund, Phoenix-West

Seit 2013 veranstaltet das Kfz.-Sachverständigenbüro
Schumann in Dortmund ein Old- und Youngtimertreffen auf Phoenix-West. Auch dieses Jahr gab es viele schöne Fahrzeuge und viel Publikum.

Bei nicht zu heissem Wetter wie in den Vorjahren konnte man auch den sachkundigen wie unterhaltsamen Fahrzeugpräsentationen an der Rampe bzw. Bühne beiwohnen.

Höhepunkt war wohl u.a. die Vorfahrt eines MB 201 / 190 E Original Brabus. Hier war nicht nur das Fahrzeug ein Original!!!

Ey, kennse nich?? dat is nen Brabus aus Bottrop!!! 🙂
Haubentaucher bei der Arbeit.

Beste Burger gab es am Foodtruck bei Du & Ich.

29.06.2019 / 23. Lippische Berglandfahrt / Lemgo

Bereits 1979 fand in Lemgo das erste Oldtimertreffen statt. Damals war der Anlaß der 50. Geburtstag des AC Lemgo, der nämlich 1929 gegründet wurde. Es entstand die Tradtion der „Lippischen Berglandfahrt“ die zu den Hochzeiten des Automobilsports als Bestzeitrallye ausgetragen wurde. In den letzten Jahren fand die Veranstaltung nur alle 2 Jahre statt. 2019 gibt es nun aber ein Doppeljubiläum, und das wird auch mit einer „Zwischenauflage“ der Berglandfahrt begangen. 90 Jahre AC Lemgo und 40 Jahre Oldtimerveranstaltungen.

29.06.2019 23. Lippische Berglandfahrt Historic
Veranstalter: Automobilclub Lemgo e.V. im ADAC
Team: André Behrensdorf / Frank Schäfer auf BMW 2002 ti

Nachdem die Lemgoer in den vergangen Jahren am Tag der Veranstaltung eher nicht so gutes Wetter hatten, gab es dieses Mal eine Hitzeschlacht. Temperaturen deutlich über 30 Grad sorgten für Herausforderungen bei Mensch und Maschine. Bei diesem schönen Wetter konnte auch schon zum Frühstück im Rallyelokal „Im Borke“ die Terrasse im Garten genutzt werden.

Auch im Jubiläumsjahr wurde auf das bewährte Grundkonzept zurückgegriffen. In der touristischen Klasse bedeutet dies die Fahrt nach Kartenaufgaben (keine Chinesen) sowie insgesamt 6 Wertungsprüfungen (davon 2mal mit mehreren Lichtschranken). Analog zu den Vorjahren und ähnlich konzipierten Veranstaltung kam den Zeitprüfungen somit erwartbar eine hohe Bedeutung zu. Die Orientierungsaufgaben sind in einem solchen „Mix“ hingegen zumeist eher einfach und gut erkennbar, sofern man keine selbstverschuldeten Ausfälle produziert…

Tatsächlich wirkten die Karten mal wieder einfacher, als es dann in der Praxis wirklich aussah. Kartenbild und Natur wichen aus Beifahrersicht immer wieder deutlich ab. So wurde aus einer Kreuzung ein T-Stück oder kleine Nebenwege wirkten deutlich größer als die Hauptstraße, etc. Die vom Veranstalter eingebauten „Fallen“ waren zudem doch etwas trickreicher ausgefallen als erwartet. Und auch bei den ZK´s sowie den WP´s musste man aufpassen. Denn gerade die Ziellichtschranken waren nicht immer so ganz einfach zu finden.

Ab 10 Uhr erfolgte der Start mit dem ersten Fahrzeug zur Vormittagsetappe in Richtung Weser direkt mit einer Doppel-WP. An einem alten Kieswerk musste ein Werksgebäude in 30 Sekunden umrundet werden. Schotter und Sand sorgten hier für entsprechende Staubwolken und echtes Rallye-Feeling. Beim Umfahren des Gebäudes musste man nämlich durchaus Gas geben. Gleich danach die erste retuschierte Ecke, für uns ganz offensichtlich, sie wurde aber trotzdem von dem ein oder anderen Teilnehmer übersehen.

In die Baumaffen hat der AC Lemgo übrigens investiert und komplett neue Schilder in der Dimension 40 x 40 angeschafft. Die konnte man eigentlich wirklich (fast)  nicht übersehen. Es sei denn, sie stecken z.B. in einer Obstkiste 🙂

Im Gewerbegebiet Hollwiesen musste man die kürzeste Strecke finden. An einer Unterführung stand jedoch ein etwas merkwürdiges (?) blaues Schild. Rund und rot heißt Verbot. Aber auch hier durfte man nicht einfahren. Mit einer Stempelkontrolle wurde die korrekte Lösung überwacht.

Im Laufe der Fahrt stellte sich heraus, dass jeweils kurz vor einer ZK noch einmal eine Stempelkontrolle aufgebaut war. Bei ZK 1 war das noch nicht klar. Man wartete in der Schlange der Teilnehmer vor einem Schild… und wartete. Nachdem die Zielzeit immer näher kam, schaute man doch einmal genauer hin… Ups, das war gar nicht die ZK, das war erst eine DK! Also schnell schnell den Stempel geholt und die nachfolgende Zeituhr angefahren. Der Posten an dieser Stelle hatte ein eigenwilliges Verständnis der Regularien und wollte in die Bordkarte die nächste volle Minute eintragen. Dies hätte für uns schon mal einen Strafpunkt bedeutet, obwohl wir ganz korrekt eingefahren waren. Große Aufregung und hitzige Diskussionen. Im Nachhinein zeigte sich, dass auch andere Teilnehmer hier ähnliche Erfahrungen machten mussten. Aufregend ging es weiter. In der WP 2 musste eine Lichtschranke doppelt nach 1:00 bzw. 1:20 Minuten angefahren werden. Da hier nur eine Lichtschranke genutzt wurde, gab es Teilnehmergegenverkehr auch in der Lichtschranke. Also zwei Teilnehmer versuchten gleichzeitig von beiden Richtungen die Zeit zu treffen. Wir hatten dieses Problem nicht, dafür aber leichte Orientierungsprobleme auf dem Parkplatz und mussten dann etwas kurbeln, um wieder auf die richtige Strecken zu kommen. Der Rallye-Bolide hat einen Wendekreis von gefühlten 20 Metern. Rallyebereifung mit Lenkeinschlagbegrenzung ist vielleicht doch eher was für die Rundstrecke… 🙂

Nächster Aufreger in WP 3. Hier stand das gelbe Schild so gerade noch erkennbar in einem Wirtschaftsweg, der in den Wald führte. Laut Kartenbild wäre eher ein Parkplatz o.ä. an der Straße erwartbar gewesen. An dieser Stelle sind die Teilnehmer wohl reihenweise dran vorbei gefahren.

Zur Mittagspause war man dann nicht nur wegen der Temperaturen schon halbgar und durchgeschwitzt. Gerade die aus unserer Sicht knappen Sollzeiten für die ZK´s kombiniert mit dem alten Kartenmaterial und einigen Orientierungsproblemen sorgten doch für zusätzlich erhöhte Betriebstemperatur im Beifahrer-Hirn (sitzt ja bekanntlich rechts).

Die Nachmittagsetappe führte dann in einer weiteren Schleife durch das lippische Bergland. Auch hier eine weitgehend sehr schöne Streckenführung und tolle kleine Straßen. Und auch bei ZK 4 / WP 5 hatten wir wieder Orientierungsprobleme, diese überhaupt zu finden. Man musste dafür nämlich in eine Straße fahren, die mit Baustellenabsperrungen und einem Sackgassenschild versehen war.

Letztes Highlight auf der Strecke war dann im Gewerbegebiet Lieme eine 30/60-Nullzeitprüfung. Auch diese lag ziemlich versteckt. Und obwohl diese WP-Form aktuell immer beliebter wird bei den Veranstaltern konnten auch dieses Mal einige Teilnehmer damit recht wenig anfangen…  Besonders tricky war dann im direkten Anschluss noch eine Überlappung eingebaut, zwischen Karte und Ausschnittvergrößerung. So kurz vor Schluss und weil es sonst überhaupt keine Überlappungen gab, wurde diese gerne übersehen.

Zieleinfahrt dann in der Lemgoer Altstadt mit wirklich sehr sachkundiger und unterhaltsamer Vorstellung der Fahrzeuge. Anschließend konnte man sich im Abteigarten etwas mit kühlen Getränken erfrischen und auch das Fahrzeug im Schatten parken. Durch die Kombination mit dem Strohsemmelfest gibt es hier immer viele Zuschauer und eine ganz schöne Atmosphäre.

Zurück „Im Borke“ wurde Punkt 18:34 Uhr das Grillbuffet eröffnet. Bei dem Wetter wirklich eine schöne Sache. Musterbordkarten und erste Zeiten hingen auch sehr früh. Leider hatten nicht nur wir an der ZK 1 bzw. WP 2 einige Diskussionen gehabt und so wurde am Ende die gesamte WP 2 mit den beiden Messungen komplett neutralisiert. Auch gab es für alle Teilnehmer pauschal 5 Bonus-Minuten bei den ZK´s, sozusagen als Sonder-Karenz. Wenn man genau an diesen Stellen gut unterwegs war, ist man dann doch etwas gekniffen. Die Ergebnislisten wurden somit an einigen Stellen noch einmal durcheinander gewirbelt.

Am Ende kam es, nicht ganz wie zu Beginn erwartet, neben den Zeitprüfungen doch auch auf die Orientierungsaufgaben an. Eigentlich kaum zu glauben, dass wir in der touristischen Klasse die Einzigen waren, die hier Null Fehler hatten. Somit konnten wir, ähnlich wie in Ahaus, nicht ganz so prickelnde Zeiten ausgleichen und uns den ersten Gesamtsieg sichern. Wow, Hitzeschlacht erfolgreich überstanden.

Fazit: Auch im Jubiläumsjahr eine gut organisierte Veranstaltung mit freundlicher Atmosphäre und wunderschöner Streckenführung, wobei der Name „Bergland-Fahrt“ Programm ist.  Im Vergleich zu anderen Veranstaltungen etwas kürzere Strecke, was aber sehr positiv auffällt (keine 7 bis 23 Uhr Veranstaltung). Der adjustierte Aufgabenmix mit etwas anspruchsvolleren Kartenaufgaben hat uns sehr gut gefallen. Bitte beibehalten!

Vom neuen Sponsor „Dampf-Tec“ wurde ein Gutschein verlost für eine komplette Fahrzeugaufbereitung. Wie wir gehört haben, wurde ein „lohnendes“ Objekt gefunden. Wir sind dann gespannt auf die Ergebnisse 🙂 🙂 🙂