29.06.2019 / 23. Lippische Berglandfahrt / Lemgo

Bereits 1979 fand in Lemgo das erste Oldtimertreffen statt. Damals war der Anlaß der 50. Geburtstag des AC Lemgo, der nämlich 1929 gegründet wurde. Es entstand die Tradtion der „Lippischen Berglandfahrt“ die zu den Hochzeiten des Automobilsports als Bestzeitrallye ausgetragen wurde. In den letzten Jahren fand die Veranstaltung nur alle 2 Jahre statt. 2019 gibt es nun aber ein Doppeljubiläum, und das wird auch mit einer „Zwischenauflage“ der Berglandfahrt begangen. 90 Jahre AC Lemgo und 40 Jahre Oldtimerveranstaltungen.

29.06.2019 23. Lippische Berglandfahrt Historic
Veranstalter: Automobilclub Lemgo e.V. im ADAC
Team: André Behrensdorf / Frank Schäfer auf BMW 2002 ti

Nachdem die Lemgoer in den vergangen Jahren am Tag der Veranstaltung eher nicht so gutes Wetter hatten, gab es dieses Mal eine Hitzeschlacht. Temperaturen deutlich über 30 Grad sorgten für Herausforderungen bei Mensch und Maschine. Bei diesem schönen Wetter konnte auch schon zum Frühstück im Rallyelokal „Im Borke“ die Terrasse im Garten genutzt werden.

Auch im Jubiläumsjahr wurde auf das bewährte Grundkonzept zurückgegriffen. In der touristischen Klasse bedeutet dies die Fahrt nach Kartenaufgaben (keine Chinesen) sowie insgesamt 6 Wertungsprüfungen (davon 2mal mit mehreren Lichtschranken). Analog zu den Vorjahren und ähnlich konzipierten Veranstaltung kam den Zeitprüfungen somit erwartbar eine hohe Bedeutung zu. Die Orientierungsaufgaben sind in einem solchen „Mix“ hingegen zumeist eher einfach und gut erkennbar, sofern man keine selbstverschuldeten Ausfälle produziert…

Tatsächlich wirkten die Karten mal wieder einfacher, als es dann in der Praxis wirklich aussah. Kartenbild und Natur wichen aus Beifahrersicht immer wieder deutlich ab. So wurde aus einer Kreuzung ein T-Stück oder kleine Nebenwege wirkten deutlich größer als die Hauptstraße, etc. Die vom Veranstalter eingebauten „Fallen“ waren zudem doch etwas trickreicher ausgefallen als erwartet. Und auch bei den ZK´s sowie den WP´s musste man aufpassen. Denn gerade die Ziellichtschranken waren nicht immer so ganz einfach zu finden.

Ab 10 Uhr erfolgte der Start mit dem ersten Fahrzeug zur Vormittagsetappe in Richtung Weser direkt mit einer Doppel-WP. An einem alten Kieswerk musste ein Werksgebäude in 30 Sekunden umrundet werden. Schotter und Sand sorgten hier für entsprechende Staubwolken und echtes Rallye-Feeling. Beim Umfahren des Gebäudes musste man nämlich durchaus Gas geben. Gleich danach die erste retuschierte Ecke, für uns ganz offensichtlich, sie wurde aber trotzdem von dem ein oder anderen Teilnehmer übersehen.

In die Baumaffen hat der AC Lemgo übrigens investiert und komplett neue Schilder in der Dimension 40 x 40 angeschafft. Die konnte man eigentlich wirklich (fast)  nicht übersehen. Es sei denn, sie stecken z.B. in einer Obstkiste 🙂

Im Gewerbegebiet Hollwiesen musste man die kürzeste Strecke finden. An einer Unterführung stand jedoch ein etwas merkwürdiges (?) blaues Schild. Rund und rot heißt Verbot. Aber auch hier durfte man nicht einfahren. Mit einer Stempelkontrolle wurde die korrekte Lösung überwacht.

Im Laufe der Fahrt stellte sich heraus, dass jeweils kurz vor einer ZK noch einmal eine Stempelkontrolle aufgebaut war. Bei ZK 1 war das noch nicht klar. Man wartete in der Schlange der Teilnehmer vor einem Schild… und wartete. Nachdem die Zielzeit immer näher kam, schaute man doch einmal genauer hin… Ups, das war gar nicht die ZK, das war erst eine DK! Also schnell schnell den Stempel geholt und die nachfolgende Zeituhr angefahren. Der Posten an dieser Stelle hatte ein eigenwilliges Verständnis der Regularien und wollte in die Bordkarte die nächste volle Minute eintragen. Dies hätte für uns schon mal einen Strafpunkt bedeutet, obwohl wir ganz korrekt eingefahren waren. Große Aufregung und hitzige Diskussionen. Im Nachhinein zeigte sich, dass auch andere Teilnehmer hier ähnliche Erfahrungen machten mussten. Aufregend ging es weiter. In der WP 2 musste eine Lichtschranke doppelt nach 1:00 bzw. 1:20 Minuten angefahren werden. Da hier nur eine Lichtschranke genutzt wurde, gab es Teilnehmergegenverkehr auch in der Lichtschranke. Also zwei Teilnehmer versuchten gleichzeitig von beiden Richtungen die Zeit zu treffen. Wir hatten dieses Problem nicht, dafür aber leichte Orientierungsprobleme auf dem Parkplatz und mussten dann etwas kurbeln, um wieder auf die richtige Strecken zu kommen. Der Rallye-Bolide hat einen Wendekreis von gefühlten 20 Metern. Rallyebereifung mit Lenkeinschlagbegrenzung ist vielleicht doch eher was für die Rundstrecke… 🙂

Nächster Aufreger in WP 3. Hier stand das gelbe Schild so gerade noch erkennbar in einem Wirtschaftsweg, der in den Wald führte. Laut Kartenbild wäre eher ein Parkplatz o.ä. an der Straße erwartbar gewesen. An dieser Stelle sind die Teilnehmer wohl reihenweise dran vorbei gefahren.

Zur Mittagspause war man dann nicht nur wegen der Temperaturen schon halbgar und durchgeschwitzt. Gerade die aus unserer Sicht knappen Sollzeiten für die ZK´s kombiniert mit dem alten Kartenmaterial und einigen Orientierungsproblemen sorgten doch für zusätzlich erhöhte Betriebstemperatur im Beifahrer-Hirn (sitzt ja bekanntlich rechts).

Die Nachmittagsetappe führte dann in einer weiteren Schleife durch das lippische Bergland. Auch hier eine weitgehend sehr schöne Streckenführung und tolle kleine Straßen. Und auch bei ZK 4 / WP 5 hatten wir wieder Orientierungsprobleme, diese überhaupt zu finden. Man musste dafür nämlich in eine Straße fahren, die mit Baustellenabsperrungen und einem Sackgassenschild versehen war.

Letztes Highlight auf der Strecke war dann im Gewerbegebiet Lieme eine 30/60-Nullzeitprüfung. Auch diese lag ziemlich versteckt. Und obwohl diese WP-Form aktuell immer beliebter wird bei den Veranstaltern konnten auch dieses Mal einige Teilnehmer damit recht wenig anfangen…  Besonders tricky war dann im direkten Anschluss noch eine Überlappung eingebaut, zwischen Karte und Ausschnittvergrößerung. So kurz vor Schluss und weil es sonst überhaupt keine Überlappungen gab, wurde diese gerne übersehen.

Zieleinfahrt dann in der Lemgoer Altstadt mit wirklich sehr sachkundiger und unterhaltsamer Vorstellung der Fahrzeuge. Anschließend konnte man sich im Abteigarten etwas mit kühlen Getränken erfrischen und auch das Fahrzeug im Schatten parken. Durch die Kombination mit dem Strohsemmelfest gibt es hier immer viele Zuschauer und eine ganz schöne Atmosphäre.

Zurück „Im Borke“ wurde Punkt 18:34 Uhr das Grillbuffet eröffnet. Bei dem Wetter wirklich eine schöne Sache. Musterbordkarten und erste Zeiten hingen auch sehr früh. Leider hatten nicht nur wir an der ZK 1 bzw. WP 2 einige Diskussionen gehabt und so wurde am Ende die gesamte WP 2 mit den beiden Messungen komplett neutralisiert. Auch gab es für alle Teilnehmer pauschal 5 Bonus-Minuten bei den ZK´s, sozusagen als Sonder-Karenz. Wenn man genau an diesen Stellen gut unterwegs war, ist man dann doch etwas gekniffen. Die Ergebnislisten wurden somit an einigen Stellen noch einmal durcheinander gewirbelt.

Am Ende kam es, nicht ganz wie zu Beginn erwartet, neben den Zeitprüfungen doch auch auf die Orientierungsaufgaben an. Eigentlich kaum zu glauben, dass wir in der touristischen Klasse die Einzigen waren, die hier Null Fehler hatten. Somit konnten wir, ähnlich wie in Ahaus, nicht ganz so prickelnde Zeiten ausgleichen und uns den ersten Gesamtsieg sichern. Wow, Hitzeschlacht erfolgreich überstanden.

Fazit: Auch im Jubiläumsjahr eine gut organisierte Veranstaltung mit freundlicher Atmosphäre und wunderschöner Streckenführung, wobei der Name „Bergland-Fahrt“ Programm ist.  Im Vergleich zu anderen Veranstaltungen etwas kürzere Strecke, was aber sehr positiv auffällt (keine 7 bis 23 Uhr Veranstaltung). Der adjustierte Aufgabenmix mit etwas anspruchsvolleren Kartenaufgaben hat uns sehr gut gefallen. Bitte beibehalten!

Vom neuen Sponsor „Dampf-Tec“ wurde ein Gutschein verlost für eine komplette Fahrzeugaufbereitung. Wie wir gehört haben, wurde ein „lohnendes“ Objekt gefunden. Wir sind dann gespannt auf die Ergebnisse 🙂 🙂 🙂

2 Antworten auf „29.06.2019 / 23. Lippische Berglandfahrt / Lemgo“

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