05.05.2019 / 6. Emsland Klassik / Lengerich

Bei der Emsland Classic haben wir schon mehrere Male relativ erfolglos unser Glück versucht. Knackpunkt waren immer wieder extrem anspruchsvolle und auch ungewöhnliche Orientierungsaufgaben, die dem Wortlaut und dem Geist der jeweiligen Ausschreibung widersprachen. Angekündigt wurde Jahr für Jahr eine „einfache Ausfahrt auch für Anfänger“, und dann hagelte es komplexe Kartenskizzen mit u.a. exzessiven Gegenläufigkeiten.

Siehe auch unser Bericht aus 2018:
https://www.amc-arnsberg.de/?p=2288

Aufgrund des Feedbacks gelobten die Veranstalter für 2019 (wieder) „Besserung“:

„Auch in diesem Jahr können die Teilnehmer zwischen zwei Startgruppen wählen. Die Streckenführung der Gruppe A hat einen touristischen Charakter, gerade hier haben wir dieses Jahr einfachere Orientierungsaufgaben ausgearbeitet. Es wird ebenfalls keine Fahrt durch den Ortskern geben. Die Gruppe A eignet sich somit auch für Teams ohne „Rallyeerfahrung“. Die Aufgabenstellung der Gruppe B ist tourensportlich. Sie können sich wieder auf eine tolle Rallye mit interessanten Aufgaben freuen.“

05.05.2019 6. Emsland Klassik
Veranstalter: Motorsportfreunde Lengerich im ADAC e.V.
Team: Martina Schäfer / Frank Schäfer auf Mercedes 190E 2.5-16

Bei wieder einmal sehr april-mäßigem Wetter (Sonne, Regen, Sturm) startete die Emsland Klassik im Autohaus Lampa in Lengerich. Sehr gespannt waren wir, ob die versprochenen „einfacheren“ Aufgaben tatsächlich Realität würden…

Angenehm der recht späte Start (für uns 10.20 Uhr). Das Bordbuch bekam man 15 Minuten vorher… große Spannung.. Wie sich dann zeigte, wurde das Grundprinzip etwas abgeändert: in unserer (touristischen) Klasse erfolgte die Streckenbeschreibung mittels Chinesen, ergänzt durch einige kleinere oder größere Orientierungsetappen. Der Fahrerbrief sollte gut und gründlich gelesen werden! Hier stand u.a. der Hinweis auf das strikte Einbahnstrassenprinzip während der gesamten Veranstaltung! Das erinnerte an die Vorjahre, aber dieses Mal waren wir gewarnt! Während der Fahrt zeigte sich, dass die Aufgabenstellung dieses Mal tatsächlich etwas einfacher gestaltet war, aber dennoch so anspruchsvoll, dass keine Langeweile aufkam. Spezialität in Lengerich sind und blieben die Gegenläufigkeiten, von denen einige eingebaut waren, die aber fairerweise immer mit einem Hinweis auf die Regeln im Fahrerbrief kommentiert wurden.

Halten und orientieren…

Von Lengerich aus ging die Fahrt in das schöne Artland und damit in den Kreis Osnabrück. Alles sehr ländlich, sehr schön und wirklich mal wieder kleine und kleinste Strassen. Auch die Chinesen-Fahraufträge hatten es durchaus in sich. So ging es um kleine Ecken, Schleifen, etc. – die Kilometrierung passte schon fast erschreckend genau. Hier sind Profis am Werke…

Neben den Ori-Aufgaben waren auch 2 Zeitprüfungen zu absolvieren. Zum einen die fast schon obligatorische 14 Sekunden-Prüfung direkt am Start. Zum anderen eine typisch emsländische Mehrfach-Sollzeitprüfung. Den Sinn habe ich immer noch nicht verstanden, aber hier werden Kontrollen angekündigt, aber dann steht dort tatsächlich keine Lichtschranke. Prinzip Verwirrung. Insofern nicht ganz verwunderlich, dass hier fast alle Teilnehmer eher mittelmäßige Zeiten fuhren (wir auch). Da bei der „GLP 2“ Ori und Zeitprüfung verknüpft waren, führte dies bei dem ein oder anderen unerfahrenen Teilnehmer zu Verwirrung. So kam es, dass wir an einer Lichtschranke auf einmal Teilnehmer-Gegenverkehr hatten. Der musste dann unbedingt vor uns noch wenden und blockierte somit wertvolle Sekunden/Minuten die Strecke. Schweissausbruch im Cockpit, aber die Lichtschranke erreichten wir dennoch einigermaßen pünktlich. Trotzdem, sowas muss nicht sein. Weder so eine Art von Aufgabe, noch so ein Verhalten. Die Lichtschranke stand außerdem noch einige Meter hinter dem roten Schild, was ebenfalls für einige Verwirrung sorgte…

Was uns dieses Jahr noch positiv aufgefallen ist:

  • Sehr abwechslungsreiches Starterfeld, vom 190er „Bauernbenz“ bis zum exaltierten Aston Martin Lagonda
  • Sehr gut gemischtes Teilnehmerfeld – viele jüngere Leute am Start
  • Zügige Auswertung, transparente Aushänge
  • Sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis bei einem wirklich niedrigen Nenngeld
  • Schönes, selbst gemachtes Kuchenbuffet am Ziel

Fazit: Dieses Mal wurde Wort gehalten: die Aufgabenstellung „touristisch“ wurde einfacher, aber keinesfalls zu einfach oder gar langweilig. Saubere Fahrtunterlagen ohne Interpretionsspielraum. Sehr schöne Streckenführung und stimmiges Gesamtkonzept. Bitte weiter so!

https://www.noz.de/artikel/1729061



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